Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), sieht in dem Rückkauf von privatisierten Mietwohnungen in der Karl-Marx-Allee eine Blaupause für die weitere Verstaatlichung von Wohnraum. „Daran lässt sich anknüpfen. Allerdings geht es nicht darum, dass das Land Berlin direkt alle Wohnungen kauft“, sagte Müller der „Welt am Sonntag“. dts_image_9741_jdjpemodnn_3121_800_600 Berlins Bürgermeister sieht Vorbildfunktion im Wohnungsrückkauf Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen aktion berlin Bürgermeister Es Euro Fehler Finanzierung kaufen Kontrolle Kosten Mieter Müller Rückkauf Senat SPD spielen Übernahme veranstaltung Wohnen Wohnungen Zeitung | Presse AugsburgMichael Müller (Regierender Bürgermeister Berlin), über dts Nachrichtenagentur

In Bezug auf die Finanzierung bevorzuge er stattdessen Mischlösungen. „Auch in der Karl-Marx-Allee wird nur ein Teil der Übernahme direkt vom Senat finanziert. Einen weiteren Teil trägt die landeseigene Wohnungsgesellschaft Gewobag, und einige Mieter kaufen und finanzieren ihre Wohnungen auch selbst und werden zu Eigentümern“, so Müller weiter.

Die geplante Verstaatlichung von Wohnungen in einigen Häusern im typisch neoklassizistischen Stil der Stalin-Ära im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sorgt bundesweit für Aufsehen. Ursprünglich habe der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen AG insgesamt 755 Wohnungen und einige Gewerbeeinheiten vom bisherigen Eigentümer Predac übernehmen wollen. Doch in einer konzertierten Aktion von Bezirk und Senat sei vielen Mietern eine besondere Form des Vorkaufsrechts verschafft worden. Ein Teil der Mieter kaufe die Objekte dabei nicht selbst, sondern nur formal und für kurze Zeit und gebe sie dann an die landeseigene Gewobag weiter, berichtet die Zeitung.

Diese erhalte dafür Kredite von der Investitionsbank IBB. Ein relevanter Teil des Wohnungspakets liege so künftig in staatlicher Hand, und die Deutsche Wohnen müsse sich bei den restlichen Wohnungen mit der Gewobag abstimmen, wenn es größere Modernisierungen geben solle, berichtet die Zeitung weiter. Ziel der Aktion ist es, mehr Kontrolle über die Mietentwicklung in ehemals landeseigenen Wohnanlagen zurückzuerlangen. Ein Rückkauf müsse für landeseigene Gesellschaften kein Minusgeschäft sein, sagte Müller. „Auch eine Gewobag erzielt damit schließlich Mieteinnahmen“, so Berlins Regierender Bürgermeister weiter.