Berufsverband warnt vor unseriösen Datenschutzberatern

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragen in Deutschland (BvD) warnt vor unseriösen Datenschutzberatern. „Leider beobachten wir eine große Anzahl schwarzer Schafe, die mit nur einem kleinen Wissensvorsprung aber einem ansprechenden Vertriebskonzept meist durch sehr niedrige Preise hunderte bis tausende Unternehmen beraten – ohne jemals im Unternehmen gewesen zu sein“, sagte BvD-Chef Thomas Spaeing dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Eine „reine“ Telefon- oder Fernberatung etwa zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sei aber nicht möglich.

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„Besonders kritisch sind die Anbieter, die den Unternehmen versprechen, ihre Haftung komplett zu übernehmen“, so Spaeing. „Das ist rechtlich schlicht unmöglich und somit glatter Betrug.“ Seitdem die neuen EU-Datenschutzregeln ab Mai 2018 angewandt werden, hat die Zahl privatwirtschaftlicher Beratungsangebote laut Spaeing „erheblich“ zugenommen.

„Allerdings befinden wir uns nun bereits in der Konsolidierungsphase“, sagte der BvD-Chef. „Die Goldgräberzeiten, in der jeder mal eben Datenschutzberater war, gehen zu Ende.“ Die Unternehmen suchten im Moment eher nach renommierten Beratungen, „um die Fehler der Erstberatung auszubügeln und die Anforderungen nun ernsthaft und nachhaltig in ihre Organisation zu integrieren“. Spaeing geht von einem nach wie vor hohen Beratungsbedarf aus, da viele Unternehmen noch nicht einmal die bereits vor der DSGVO geltenden nationalen Datenschutzstandards beachten würden.

„Datenschutz wurde früher nicht ernst genommen und mit der DSGVO auch nur wegen der potentiell hohen Bußgelder widerwillig angefasst“, sagte er. „Hinzu kommt, dass viele Berater mit sehr wenig Know-how die Unternehmen anfangs in falscher Sicherheit gewogen haben.“ Allmählich werde den Unternehmen aber klar, „dass sie es sich bislang zu einfach gemacht haben“.