Beschäftigte von Gersthofer Backbetrieben und Lechbäck rufen zu Demo auf

Beschäftigte von Lechbäck und den Gersthofer Backbetrieben gehen auf der Straße unter dem Motto „Wir wollen unser Geld zurück!“gersthofer-backbetriebe Beschäftigte von Gersthofer Backbetrieben und Lechbäck rufen zu Demo auf Augsburg Stadt Landkreis Augsburg News Wirtschaft Demo Gersthofer Backbetriebe Insolvenz Lechbäck Serafin | Presse Augsburg

Beschäftigte von Lechbäck und den Gersthofer Backbetrieben gehen auf der Straße unter dem Motto „Wir wollen unser Geld zurück!“ Die Demonstration findet statt am Donnerstag, 13. Dezember 2018. Beginn: 15:00 Uhr am Königsplatz in Augsburg, Ende gegen 16:00 Uhr voraussichtlich am Martin-Luther-Platz vor einer (geschlossenen) Lechbäck-Filiale. Sie sind herzlich eingeladen!

Bei den Gersthofer Backbetrieben und bei Lechbäck fallen sofort fast 500 Arbeitsplätze weg. Die Arbeitnehmer/innen und ihre Familien stehen ohne Arbeit da, ohne Absicherung und das kurz vor Weihnachten.

Die Lohnerhöhung wurde nicht bezahlt. Der Betrieb hat über drei Millionen Euro Insolvenzgeld kassiert. Das steht jetzt den Arbeitnehmer/-innen nicht mehr zur Verfügung. Nicht einmal der Lohn für die erste Dezemberwoche soll bezahlt werden. Ab 10. Dezember gibt es Arbeitslosengeld. Im Januar werden viele ihre Rechnungen nicht bezahlen können. Für Abfindungen hat der insolvente Betrieb kein Geld.

„Wir meinen: Die Geschäftsleitung hat den Marktrend verschlafen und sich bei der Verhandlungen mit Aldi verzockt. Das sollen jetzt die Beschäftigten ausbaden. Eine ordentliche Abfindung und ein guter Sozialplan ist das Mindeste, was die Arbeitnehmer/innen verdienen. Hier ist die Mutterfirma Serafin gefragt, die in der sozialen Tradition der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl steht.“, so Tim Lubecki von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die die Demo organisiert.

Der Frust bei den Bediensteten sitzt tief. An einigen der Lechbäck-Filialen hängen hangeschriebene Schilder, die auf die Schließung hinweisen. Während viele Verkäufer und Verkäuferinnen sich freundlich-sachlich verabschieden, nützen andere die Chance für eine Abrechnung. Auch bei den zuletzt immer häufiger ausgebliebenen Kunden wird eine (Teil-)Schuld gesehen.

Doch auch sachlich wurde bereits der Unmut über die Schließung kundgetan. Nach einer Betriebsversammlung statt. Am Rande dieser Versammlung äußerten sich zahlreiche Mitarbeiter. Sachlich wurde argumentiert, warum es soweit kommen konnte. Auch hier herrscht die Meinung vor, dass sich die Unternehmensleitung schlichtweg bei den Verhandlungen mit dem bisher größten Kunden verzockt hat.“Man wollte Aldi die Pistole auf die Brust setzen, das lassen die nicht mit sich machen.“, so ein Mitarbeiter.  Viele seiner Kolleginnen und Kollegen sind traurig, dass es soweit gekommen ist. Bei einer ersten Kundgebung vor den Werkstoren hatten sie gestern die Familie Haindl aufgefordert sich für sie einzusetzen. Nach Informationen des BR möchte die Serafin Unternehmensgruppe, hinter der Haindl steht, einen siebenstelligen Betrag bereitstellen, um die Folgen der Schließung für die Mitarbeiter abzumildern.