Beschleunigung Riesbahn | BEG sieht keine Alternative zur Schließung des Bahnhalts Wörnitzstein

Der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Technologie des Kreistages des Landkreises Donau-Ries beschäftigte sich in der Sitzung am 8. März 2022 nochmals mit der angedachten Schließung des Bahnhaltes in Wörnitzstein. Diese Schließung wäre notwendig, um die Riesbahn zwischen Donauwörth und Nördlingen zu beschleunigen und um in Nördlingen optimale Umsteigemöglichkeiten zwischen Zug und Bus schaffen zu können. Diese Maßnahmen sind zudem auch nötig, um die Voraussetzungen für eine mögliche Reaktivierung der Hesselbergbahn zwischen Nördlingen und Wassertrüdingen zu schaffen.

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Symbolbild

In der Sitzung wurde beschlossen, dass nochmals weitere Alternativen zu einer Schließung des Bahnhaltes in Wörnitzstein geprüft werden sollen. Das Landratsamt hat sich deshalb mit konkreten Vorschlägen an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gewandt. Diese ist in Bayern zentral für die Planung, Organisation und Finanzierung des schienengebundenen Personennahverkehrs zuständig. Konkret wurde nachgefragt, ob der Bau von Straßenunterführungen in Harburg und Möttingen sowie eine Ertüchtigung bzw. Verbreiterung des Bahndammes im Bereich Ebermergen zu einer Beschleunigung führen könnten und dies eine Alternative zur Schließung eines Bahnhaltes darstellen könnte.

Die BEG teilte hierzu nun mit, dass die genannten Maßnahmen sicherlich eine positiven Effekt auf die Riesbahn hätten, alleine durch die Beseitigung von bestehenden Bahnübergängen. Zurückliegende Gespräche mit der DB Netz AG haben aber gezeigt, dass aufgrund der bestehenden kurzen Halteabstände keine relevanten Fahrzeitgewinne zwischen Donauwörth und Möttingen zu generieren sind. Neben der möglichen Höchstgeschwindigkeit, sind das Anfahren und das frühzeitige Abbremsen an dem jeweiligen Halt wichtige Randbedingungen für die Fahrzeiten zwischen den Stationen.

Die BEG sieht deshalb die Möglichkeit einer Beschleunigung der Riesbahn nur im Zusammenhang mit der Schließung des Bahnhalts Wörnitzstein. Bereits in einer früheren Prüfungsrunde hat die BEG Möglichkeiten einer Beschleunigung der Riesbahn umfangreich geprüft. Hier kam die BEG zum Ergebnis, dass es zwischen Nördlingen und Möttingen möglich ist, die Geschwindigkeit durch bauliche Maßnahmen entlang der Strecke zu erhöhen, da der Verlauf in diesem Abschnitt sehr geradlinig ist und keine Unterwegsbahnhöfe vorhanden sind. Dies ist zwischen Möttingen und Donauwörth nicht der Fall, so dass hier nur durch den Wegfall eines Bahnhaltes eine nennenswerte Einsparung in der Fahrzeit erreicht werden kann. Hierbei fiel die Entscheidung der BEG auf den Bahnhalt in Wörnitzstein, da dieser verglichen mit den übrigen Bahnhöfen entlang der Strecke, die mit Abstand wenigsten Fahrgäste aufweist.  

Zwischen dem Landkreis Donau-Ries und der Stadt Donauwörth finden hierzu bereits Gespräche statt, in denen ausgelotet werden soll, wie ein Wegfall des Bahnhaltes in Wörnitzstein möglichst fahrgastfreundlich kompensiert werden kann. An den Gespräche haben bereits auch Landrat Rößle und Oberbürgermeister Sorré teilgenommen.

Durch die Beschleunigung der Riesbahn würden alle schon vorhandenen Fahrgäste profitieren, da sich dadurch die Fahrzeit zwischen Nördlingen und Donauwörth verkürzen würde. Sie ist nicht nur eine Voraussetzung für eine mögliche Reaktivierung der Hesselbergbahn, sondern wird auch zur Umsetzung des angepeilten Deutschlandtakts benötigt.