Die bevorstehende Flutung der Anleihemärkte durch die Europäische Zentralbank, die Lösung des Franken vom Eurokurs, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Immer wieder werden wir mit „bad news“ konfrontiert. Die niedrigen Zinsen, der schleichende Verlust des Vertrauens in den Euro, der Wunsch nach einem sicheren Hafen in turbulenten Zeiten machen den Ansturm auf Sachwerte nachvollziehbar. Und da spielen nun einmal Immobilien neben Aktien eine herausragende Rolle.

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„Betongold“ – Die bessere Anlage? | Symbolbild

Dass die großen Anleger dieser Welt – Versicherungen, Pensionskassen, Staatsfonds – nicht noch stärker auf den deutschen Immobilienmarkt streben, liegt vor allem daran, dass es an geeigneten Produkten fehlt: Erstklassige Immobilien in den Bestlagen der Metropolen sind inzwischen rar und damit teuer geworden.

Was bedeutet das für die privaten Anleger? Schließlich gilt auch für sie, dass die schleichende Inflation das Vermögen bedroht und die mit dem Euro verbundenen Unsicherheiten den Erwerb von Immobilien nahelegen. Die erste kritische Frage muss hier lauten: Komme ich da nicht viel zu spät? Das könnte vor allem in den sieben größten Metropolen gelten: In Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart sind die Preise für Wohnimmobilien nach den Angaben der Bundesbank seit 2010 durchschnittlich um 7 Prozent gestiegen, und zwar jedes Jahr.

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Das beschreibt noch keine Blase wie in den Vereinigten Staaten, Irland oder Spanien. Die Einschätzung der Bundesbank legt aber dennoch nahe, Vorsicht beim Wohnungskauf als Anlagegut walten zu lassen. Entscheidend ist und bleibt die Lage – auch innerhalb aufstrebender Großstädte gibt es Viertel mit völlig unterschiedlichen Entwicklungschancen.

Auch wenn zumindest in den deutschen Wachstumszentren wenig dafür spricht, dass die Wohnungspreise bald sinken. Der Kauf einer Wohnung ist eher ein langfristiges Projekt, und je länger der Betrachtungszeitraum, desto unsicherer die Voraussagen über die Preisentwicklung. Entsprechendes gilt für die Zinsen. Sollten sie in einigen Jahren wieder steigen, könnte die Anschlussfinanzierung ein unangenehmes Thema werden. Wenn schließlich der Wert der Wohnung sinkt und gleichzeitig die Finanzierung teurer wird, dann kann es für so manchen Haushalt eng werden. Und der schnelle Ausstieg wird schwieriger, wenn sinkende Preise und steigende Zinsen immer größere Teile der Bevölkerung betreffen.

Aktien verkauft man leichter als eine Wohnung

Quelle: finanzen.net vom 06. Feb. 2015: Sedlmayr Grund und Immobilien CHART - 1 Jahr -
Quelle: finanzen.net vom 06. Feb. 2015: Sedlmayr Grund und Immobilien CHART – 1 Jahr –

Wer sich von solchen Bedenken oder Risiken nicht abhalten lassen will, in Immobilien zu investieren – schon weil er die gegenwärtig zu erreichenden Gewinne nicht anderen überlassen will, dem stehen Alternativen zur Verfügung. Am Beispiel der Sedlmayr KGaA (siehe Chart) aus München sieht man, was aus einer Anlage in „Betongold“ auf Wertpapierbasis werden kann.

Natürlich ist auch der Aktienerwerb riskant. Er bietet aber den Vorteil, dass erfahrene Profis diese Risiken besser austarieren können als private Haushalte mit nur wenigen Objekten. Und wenn es eng wird, ist der Ausstieg aus Aktien nun einmal leichter zu bewerkstelligen als ein Wohnungsverkauf.