Betrugsfälle im Augsburger Nordfriedhof – Ehemalige Mitarbeiter vor Gericht verurteilt

Auf dem Augsburger Nordfriedhof war es zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Städtische Mitarbeiter hatten Grabarbeiten durchgeführt und das Geld in die eigene Kasse gewirtschaftet. Am Montag wurden erste Angeklagte verurteilt. Der Prozess gegen den ehemaligen Friedhofsverwalter wird gesondert verhandelt.

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Archivbild

Fast drei Jahre nach dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten auf dem Nordfriedhof (wir berichteten) wurde den Angeklagten gestern vor dem Augsburger Amtsgericht der Prozess gemacht. Während die Verfahren gegen den früheren Friedhofsverwalter Gerd Koller und einen weiteren ehemaligen Mitarbeiter gesondert verhandelt werden, wurden gegen drei weitere Männer durchaus spürbare Geld- und Bewährungsstrafen ausgesprochen.

Im Juni 2015 hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen gegen mehrere städtische Mitarbeiter des Nordfriedhofs durchgeführt. Sie hatten während ihrer Arbeitszeit Grabarbeiten durchgeführt und nicht ordnungsgemäß über die Kasse des Friedhofsamts, sondern in die eigene Tasche abgerechnet.

Seit mindestens 2012 war es laut Anklageschrift zu solchen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Grabauflösungen gekommen. Zudem wurden Grabsteine von aufgelösten Gräbern weiterverkauft statt entsorgt. Mehrfach sollen je Stein etwa 500 Euro geflossen sein. Ein, vor allem für den Anführer der Gruppierung, einträgliches Geschäft. Das sah auch das Amtsgericht so. Es verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurde ein Wertersatz in Höhe von 7.590 Euro angeordnet.

Auch seine Mitstreiter wurden von Amtsrichterin Ulrike Ebel-Scheufele deutlich mit Bewährungsstrafen zwischen 9 Monaten und  1 Jahr und 2 Monaten verurteilt.

Was wusste Koller?

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Auch gegen Gerd Koller wird noch verhandelt | Foto: Czech

Von der gestrigen Verhandlung wurden die Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte abgetrennt. Bei einem der Männer handelt es sich um den früheren Verwalter des Nordfriedhofs Gerd Koller. Der heute 66-Jährige bestreitet von den Machenschaften in seiner Dienststelle etwas gewusst zu haben. Eine bemerkenswerte Aussage. Koller war allen Mitangeklagten nicht nur dienstlich, sondern auch privat verbunden. Wie der inzwischen pensionierte Verwalter waren bzw. sind die Kollegen (Vorstands-) mitglieder im CSU-Ortsverband Innenstadt. Koller ist der gewählte Vorsitzende des Ortsverbandes, sein Amt lässt er aktuell aufgrund der Ermittlungen allerdings ruhen (wir berichteten).

Auch gegen ihn wird noch verhandelt werden, der Termin ist allerdings noch nicht bekannt.