Einkaufen und später zahlen? Mit dem neuen Zahlungsdienst von PayPal ist das möglich. Rund 30 Tage später bucht der Zahlungsdienstleister die entstandenen Kosten vom Bankkonto ab und schafft damit einen Puffer, wenn gerade nicht genug Geld für eine Zahlung zur Verfügung steht. Aber wie gut funktioniert das System und was müssen Verbraucher bei der Nutzung beachten? 

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Bezahlen nach 30 Tagen: PayPal führt neuen Dienst ein 

Seit dem 27. Januar 2022 ist der neue Dienst von PayPal offiziell nutzbar, die Nutzungsbedingungen wurden aber schon im November des Vorjahres aufgeführt. Damit folgt PayPal einem innigen Wunsch vieler Verbraucher, denn das Zahlen auf Raten oder auch das zeitversetzte Zahlen wird immer beliebter. Zur Auswahl steht die Funktion immer dann, wenn der Kauf maximal 1.000 Euro Gesamtwert beträgt. 

Um Unsicherheiten zu vermeiden, vermerkt PayPal im Kundenkonto das Datum, wann die Abbuchung der ausstehenden Zahlungen erfolgt. So kann der Verbraucher sicherstellen, dass er keinen wichtigen Zahlungstermin verpasst. Die Besonderheit hierbei ist, dass keine Säumnisgebühren erhoben werden. Selbstverständlich kann auch der beliebte PayPal-Käuferschutz weiterhin genutzt werden. 

So können Verbraucher den neuen Service nutzen 

Nachdem PayPal laut eigener Angaben herausgefunden hat, dass der Rechnungskauf in Deutschland nach wie vor zu den beliebtesten Zahlungsmethoden gehört, kündigte der Zahlungsdienstleister bereits Mitte 2021 an, dass die Option der Ratenzahlung vereinfacht und erweitert werden soll. Mit der Bezahloption nach 30 Tagen wird dem Verbraucher mehr Sicherheit gewährt, denn er kann die Ware testen, bevor die Zahlung ausgelöst wird.

Ob die Nutzung des Service „Bezahlen nach 30 Tagen“ möglich ist, hängt vom Einzelfall ab. Beim Einkauf in einem Online-Shop steht der Dienst in der Regel nach erfolgter Bonitätsprüfung zur Verfügung. Nicht immer gewährleistet ist dagegen die Verknüpfung mit Mikrotransaktionen. Das gilt zum Beispiel, wenn Verbraucher über PayPal Sportwetten platzieren oder per In-App-Kauf Mikrotransaktionen für ein Videospiel durchführen möchte. Hier kann es im Einzelfall Unterscheidungen geben. 

Wenn die Zahlungsmethode ausgewählt wird, weist der Verbraucher PayPal an, nach 30 Tagen eine Lastschrift durchzuführen. In den allgemeinen Erklärungen des Service erklärt das Unternehmen, das keine weiteren Handlungen durch den Kunden mehr nötig sind. Voraussetzung für die erfolgreiche Nutzung ist, dass die Kreditwürdigkeit positiv bewertet wurde. Hierüber werden Informationen eingeholt, bevor die neue Serviceleistung möglich gemacht wird. 

Zu den Bedingungen gehören: 

  • Im PayPal-Konto muss ein hinterlegtes Bankkonto vorhanden sein
  • Es muss ein SEPA-Lastschriftmandat zugeteilt werden
  • Wird die Lastschrift nicht korrekt durchgeführt, wird PayPal ein weiteres Mal zum Einzug berechtigt

Fluch oder Segen für Verbraucher? Das bringt der neue Service von PayPal 

Für den Verbraucher selbst hat der neue PayPal-Service einige Vorteile – vorausgesetzt, er wird angeboten. Nutzer haben so die Chance, Ware zu kaufen, auch wenn sie noch nicht über genug Geld auf dem Konto verfügen. Als PayPal seinerzeit die Moneypools abschaffte, waren viele Verbraucher enttäuscht. Die neue Funktion scheint sich aber einer breiten Zustimmung zu erfreuen. Insbesondere der Faktor, dass Waren ausreichend lang geprüft werden können, bevor eine tatsächliche Abbuchung vom Konto erfolgt, ist positiv. 

Wenn ein Verbraucher heute in einem Onlineshop einkauft, hat er ein 14-tägiges Rückgaberecht. Wenn er von diesem Gebrauch macht, ist die Zahlung hinfällig. Wird per Rechnung bezahlt, löst der Kunde bei Rückversand der Ware einfach keine Zahlung aus. Wurde hingegen klassisch per PayPal bezahlt, musste der Verkäufer die Rückzahlung nach Eingang der Retoure veranlassen. Mit PayPals 30-Tage-Zahlpause wird das Geld erst nach einem Monat abgebucht. In der Zeit kann der Käufer die Ware prüfen und bei Bedarf zurücksenden. 

Allerdings gibt es auch Risiken für den Kunden, insbesondere dann, wenn der Händler die rückgesendete Ware nicht rechtzeitig verbucht, die Abbuchung durch PayPal erfolgt und später erst die Zahlungspflichtbefreiung eingeht. Verbraucherschützer haben darauf hingewiesen, dass das im schlimmsten Fall die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen kann, falls der Händler nicht ordentlich agiert. 

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Bildquelle: Pixabay © sabinevanerp CCO Public Domain

Bezahlung nach 14 Tagen bleibt bestehen 

Vor Einführung des neuen Dienstes war es bei PayPal bereits möglich, den Dienst „Bezahlen nach 14 Tagen“ zu nutzen. Es ist die kleine Schwester zum jetzigen Serviceangebot und bleibt bestehen. Kunden können bei einigen Transaktionen frei wählen, ob sie den Ratenzahlungsservice nutzen, oder ob sie eine Zeitverzögerung von 14 bis 30 Tagen wünschen. 

Auch PayPal Ratenzahlung wurde ausgebaut

Die Serviceerweiterung seitens PayPals umfasst nicht nur die Zahlpause, sondern auch das Konzept der Ratenzahlung. Schon zuvor war es für PayPal-Kunden möglich, für ihre Käufe eine Ratenzahlung direkt mit dem Zahlungsdienstleister zu vereinbaren. Im Juni 2021 war bekannt gegeben worden, dass das Angebot künftig erheblich erweitert werden solle. Für PayPal war dieser Schritt obligatorisch, denn es hatte sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Onlineshopping beliebter wird, der Wunsch nach Ratenzahlung und Zahlpausen zudem weiter angestiegen ist. 

Erstmals wurde die Ratenzahlung im Jahr 2019 eingeführt, die Rückzahlung war grundsätzlich über 12 Monate möglich. Nun wird mehr Flexibilität geboten, Verbraucher können bei der Rückzahlung zwischen 3, 6, 12 und 24 Monaten auswählen. Es bleibt dabei, dass eine flexible Rückzahlung jederzeit möglich ist, ohne dass hierfür Gebühren seitens des Zahlungsdienstleisters genommen werden. Verbraucher können Einkäufe für Beträge zwischen 99 und 5.000 Euro für Ratenzahlungskäufe auswählen. Für Händler entsteht keine weitere Arbeit, denn der Ratenzahlungsvertrag wird zwischen PayPal und dem Käufer geschlossen. 

Fazit: Interessante Neuerungen für PayPal Kunden 

Mehr Komfort und Möglichkeiten beim Bezahlungsprozess sorgen dafür, dass PayPal mit seinem neuen Dienst zunächst gut ankommt. Wie die Funktionalität sich langfristig auswirken wird und ob es zu Fallstricken bei der Handhabung kommt, wird die Zeit zeigen. Als einer der beliebtesten Zahlungsanbieter in Deutschland ist es für PayPal beinahe schon verpflichtend, stets die Interessen der Kunden zu berücksichtigen.