Für die Sanierung und den Umbau des Schlösschens samt zugehörigem Ökonomiegebäude in Aystetten erhält der Eigentümer Alexander Stärker den Denkmalpreis des Bezirks Schwaben in Höhe von 10.000 Euro.

Für die Sanierung von Schloss Louisenruh in Aystetten erhält Eigentümer Alexander Stärker den Denkmalpreis des Bezirks Schwaben. Foto: Felix Guffler.

1792 wurde das Schlösschen Louisenruh errichtet, nach 1800 um einen Ökonomiebau erweitert: Während das Schlösschen in Form und Stil des Ancien Régime errichtet wurde, stand der Ökonomiebau beispielhaft für die aufkommende Revolutionsarchitektur. Ein einzigartiges historisches Erbe, das im 20. Jahrhundert zunehmend verfiel. Während es auf einer Seite baufällig war, wurde es auf der anderen Seite notdürftig durch An- und Umbauten ergänzt. Der Eigentümer Alexander Stärker ließ die Bausünden beseitigen und versetzte das Gebäude durch einen authentischen, neu errichteten Anbau wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Hierfür zeichnet der Bezirk Schwaben Stärker nun mit einem Denkmalpreis in Höhe von 10.000 Euro aus. „Das Engagement von Herrn Alexander Stärker für das Schlösschen Louisenruh ist mustergültig und ging weit über die zur Rettung des Denkmals notwendigen Maßnahmen hinaus“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Mit Herzblut und Sachverstand hat Herr Stärker dazu beigetragen, das kulturelle Erbe in Schwaben zu erhalten. Das verdient eine besondere Auszeichnung.“

Stärker berücksichtigte bei der Sanierung bestehende architektonische Merkmale, Schmuckelemente und die historische Ausstattung sowie die Bausubstanz. Mit großem Aufwand ließ er die historischen Fenster, Dachbalken, Innenböden und -türen restaurieren und den Garten nach historischen Vorlagen gestalten. „Die Baumaßnahmen am Schlösschen Louisenruh zeigen herausragend, wie mit einem Denkmal umgegangen werden sollte, das seit vielen Jahren wegen falscher Nutzung und fehlender Sanierungsmaßnahmen dem Verfall preisgegeben war“, erklärt Bezirksheimatpfleger Christoph Lang. „Durch das einzigartige Engagement des Eigentümers – auch finanzieller Art – konnte ein Denkmal von überragender Qualität erhalten werden.“

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V. l. n. r.: Bezirksheimatpfleger Christoph Lang, Familie Stärker sowie Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Foto: Andreas Lode

Eine Auszeichnung mit einem Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro erhielten neben Alexander Stärker auch Familie Striebel aus Kirchheim für die Sanierung der Alten Sölde in Kirchheim und Judith Spindler aus Waal-Waalhaupten für die Sanierung eines ehemaligen Bauernhauses. Zwei undotierte Anerkennungspreise sprach der Bezirk an die Stadt Augsburg für die Sanierung des Färberturms und die Stadt Memmingen für die Sanierung des Zehentstadels in Steinheim aus. Für den Denkmalpreis wurden von Kreis- und Stadtbauverwaltungen, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und den Heimatpfleger/-innen zahlreiche Vorschläge eingereicht. Die Heimatpflege des Bezirks Schwaben besichtigte die Objekte und erstellte nach Rücksprache mit Experten Gutachten zu Denkmälern. Die Jury für den Denkmalpreis bildeten in diesem Jahr Christoph Lang (Bezirksheimatpfleger), Christian Mischo (Abteilungsleiter des Bezirks für „Bau, Umwelt und Energie“), Dr. Bernhard Niethammer (Leiter des Schwäbischen Bauernhofmuseums Illerbeuren), Felix Guffler (wiss. Mitarbeiter Bezirksheimatpflege) und Theresa Hauck (wiss. Volontärin Bezirksheimatpflege).

Der Bezirk Schwaben vergibt seit 2002 jährlich Denkmalpreise. Ausgezeichnet werden Sanierungen, die sich durch die fachliche Qualität der Maßnahme, das finanzielle Engagement des Eigentümers, die Kreativität bei der Durchführung und die Bedeutung des Denkmals hervorheben. Für den Denkmalpreis werden jährlich insgesamt 30.000 € Preisgelder vergeben.