Bilder und Gedanken | Ein Stück Augsburger Textilgeschichte – Die Sanierung des Färberturms ist abgeschlossen

Bilder und Gedanken von Presse Augsburg-Fotograf Wolfgang Czech

Die Renovierung des letzten Färberturms aus langer Textilgeschichte Augsburgs ist abgeschlossen. Oberbürgermeisterin Eva Weber übergab den Schlüssel an den Bürger- und
Förderverein. Der Turm soll wieder ins öffentliche Leben des Stadtteils eingebunden werden, der ja, so Eva Weber, sich zu einer der schönsten Stadtteile Augsburgs gemausert hat. Moderne Wohngebiete, Kultur in historischen Fabrikhallen, begleitet von vielen Lechkanälen prägen das sogenannte Kammgarn-Viertel.

Die meisten Färbertürme überdauerten die bewegte Textilzeit nicht. Einer ist auf alten Postkarten in der Jakoberstraße noch sichtbar. Er wurde ein Raub der Flammen im Zweiten Weltkrieg.

In Färbertürmen trockneten die Textilfärber ihre langen Stoffbahnen. Bei Regenwetter hingen diese im Inneren des Turms. Bei Sonnenschein flatterten die bunten Tücher unter dem überhängenden Walmdach am umlaufenden Gestänge. Muss nett ausgesehen haben.

In den 12 Meter hohen Trockenraum baute man einen Kubus in Holzbauweise ein, der nun von Bürgern und Vereinen genutzt werden soll. Der mächtige Turm sah immer etwas bedrohlich aus im dunklen Anstrich der Holzfassade. Jetzt strahlt er wieder in naturbelassener Holzverkleidung.