Bilder und Gedanken zur Unternehmer-Demo auf dem Augsburger Rathausplatz

Bilder und Gedanken von Presse Augsburg-Fotograf Wolfgang Czech

Wenn man auf dem noch schneebedeckten Rathausplatz zwischen Plakaten des Protestes und den, wenns geht, abstandhaltenden Menschen seinen Weg gefunden hat, kann man eigentlich eine verhaltene Fröhlichkeit verspüren. Es wird gelacht und man unterhält sich. Junge Leute eines Tanzstudios tanzen zu flotten Rhythmen aus einer tragbaren Lautsprecherbox. Das ist keinesfalls dem Rosenmontag geschuldet. Ein gewisser Fatalismus liegt in der (eiskalten) Luft. Man will auf seine Probleme mit dem Lockdown und all den Schwierigkeiten um und mit dem Coronavirus aufmerksam machen.

Ein Satz, der immer wieder zu lesen ist:„Erst wenn der letzte Selbstständige insolvent ist, der letzte Betrieb geschlossen ist, der letzte Mitarbeiter entlassen wurde, werdet ihr merken, dass Gesundheit ohne die Wirtschaft nicht bestehen kann!“

„Was nützt es, wenn alles leidet und kaputt geht, aber der Virus besiegt ist,“ so eine
Unternehmerin aus der Pflegebranche. Auch beanstandet man immer wieder Schieflagen, die bei
Verordnungen durch die Verantwortlichen entstehen. „Warum dürfen Frisöre öffnen und wir aus dem Bereich der Pflege müssen geschlossen halten?“ „Warum dürfen Einzelhandelsgeschäfte mit durchdachten Hygienekonzepten nicht öffnen? Dagegen werden massenweise Supermärkte gestürmt!“ „In der Reisebranche wird seit einem Jahr kein Geld mehr verdient. So lange kann man nicht überleben! Das ist das One Way Ticket in den Ruin!“ Problem eines Kfz Sachverständigen:„2019 10 Mitarbeiter – 2020 noch 6 Mitarbeiter – 2021 vielleicht keine Mitarbeiter mehr.“

Eine bedenkenswerte Aktion: Neben einem Totenwagen hat ein Bestatter drei Särge aufgestellt. Tafeln der Trauer auf jedem Sarg. „Wir trauern um die Veranstalter“- „Wir trauern umdie Gastronomen“- „Wir trauern um die Schausteller“ Viele werdens nicht überleben.