Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit, informierte sich am Freitag über das Großkrankenhaus auf seinem Weg zur Uniklinik. Seinen Besuch in Augsburg hatte sich MdB Dr. Volker Ullrich gewünscht.

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Foto: Wolfgang Czech

Nicht schlecht gestaunt hat Silvia-Maria Endres, als am Freitag plötzlich der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in ihrem Zimmer der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben stand und ihr einen Blumenstrauß überreichte. Am selben Tag, wenige Stunden zuvor, hatte die junge Frau eine Tochter entbunden. Zugegeben: Der Minister war nicht vordergründig wegen der Geburt der kleinen Sophia nach Augsburg gekommen. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Volker Ullrich feierte am selben Tag wie Klein-Sophia Geburtstag und hatte sich den Besuch des Ministers in Augsburg gewünscht.

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Der Dreier-Vorstand des Klinikums Alexander Schmidtke, Prof. Dr. Michael Beyer und Susanne Arnold sowie zahlreiche Chefärzte nahmen Hermann Gröhe in Empfang, wo er zunächst über aktuelle Schwerpunkte der Bundesgesundheitspolitik wie die Krankenhausreform, die demografische Entwicklung in Deutschland und damit verbundene Herausforderungen an Medizin und Pflege oder etwa die spannende Frage sprach, wie man Menschen mit wenigen Kosten viel Leid ersparen könne.

In der anschließenden Diskussion ging der Bundesgesundheitsminister auf Nachfrage auf die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Unterstützung und Entlastung der Notfallkliniken oder etwa die Möglichkeiten des Gesetzgebers bei der Regulierung der sich gegenseitig konkurrierenden Krankenhauslandschaft Deutschland ein. Am Beispiel Düsseldorfs erläuterte Gröhe, dass es weniger dem Gesetzgeber anzulasten sei, dass Klein- und Kleinst-Krankenhäuser den großen Häusern Leistungen wegnähmen. Düsseldorf, eine Stadt mit 612.178 Einwohnern verfüge über insgesamt zwölf Krankenhäuser unterschiedlicher Trägerschaft. Eines der Krankenhäuser sei in Konkurs gegangen, der Weg zur nächsten Klinik habe dennoch nur sechs Minuten gedauert. „Es sind Verwaltungsräte und Kreistagsabgeordnete, die sich dem Willen des Bürgers beugen und Schließungen verhindern.“ Der Gesetzgeber könne nur Planungsinstrumente liefern und Maßstäbe setzen. Die Schließungen erforderten Mut von den Politikern vor Ort.