In unserer Region findet an manchen Orten zu Ehren des Heiligen Leonhard ein Pferdeumzug, der sogenannte Leonhardiritt statt. Leonhard galt ursprünglich als der Patron der Gefangenen und wird deshalb auch als Kettenheiliger bezeichnet. Besondere Verehrung wurde ihm ab dem 11. Jahrhundert in Altbayern zuteil wo er als Nothelfer angesehen wird, vor allem aber als Schutzpatron für das Vieh, insbesondere für die Pferde. Der Volksmund verlieh ihm die Beinamen „bayerischer Herrgott“ oder „Bauernherrgott“. Der heilige Leonhard wird von Bauern, Stallknechten, Fuhrmannsleuten, Schmieden und Schlossern, sowie Obsthändlern und Bergleuten angerufen. Er gilt auch als Helfer von Wöchnerinnen, bei Kopfschmerzen sowie Geistes- und Geschlechtskrankheiten.

Prächtig geschmückte Pferde und Gespanne, sowie Reiter in schwäbischer und bayerischer Tracht bildete ein tolles Bild beim Gabelbachergreuter Leonhardiritt. | Foto: Dominik Mesch
Prächtig geschmückte Pferde und Gespanne, sowie Reiter in schwäbischer und bayerischer Tracht bildete ein tolles Bild beim Gabelbachergreuter Leonhardiritt. | Foto: Dominik Mesch

Der größte Leonhardiritt unserer Region wird in Inchenhofen im Landkreis Aichach-Friedberg veranstaltet (immer am auf den Leonharditag folgenden Sonntag), aber auch in Gabelbachergreut wurde früher und jetzt wieder seit gut 25 Jahren mit diesem Umzug gefeiert und gedankt.

Gabelbachergreut ist ein kleiner Ort im westlichen Landkreis Augsburg, an der Grenze zum Landkreis Günzburg. Seit der Gemeindereform gehört der Ort zum Markt Zusmarshausen und ist dessen höchster und westlichster Marktteil.

Presse Augsburg– Redakteuer Dominik Mesch war mit vor Ort.