„Bis zum Schluss beieinander bleiben” | Einweihung der Palliativstation am Klinikum Augsburg-Süd

Als Gesellschaft sei man erst dann wirklich zusammen, „wenn wir bis zum Schluss beieinander bleiben“, schrieb die Bayerische Gesundheitsministerin anlässlich des 5. Jubiläums der Palliativstation am Klinikum Augsburg. Das ist drei Jahre her. Seitdem nimmt der Wunsch nach palliativer Therapie in der Gesellschaft stetig zu und wurde 2015 im Palliativ- und Hospizgesetz gesetzlich verankert. Mit der Erweiterung der Palliativstation um acht Betten im Klinikum Augsburg-Süd hält das Interdisziplinäre Zentrum für Palliative Versorgung am Klinikum Augsburg nun insgesamt 18 Betten vor und kommt damit seinem Versorgungsauftrag nach. Denn eine hochmoderne Spitzenmedizin ist unvollständig ohne eine professionelle Palliativtherapie und humane und ganzheitliche Begleitung am Lebensende.

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Foto: Wolfgang Czech

Hierdurch werden auch die Vorgaben des bayerischen Krankenhausbedarfsplanes erfüllt. Bei der heutigen feierlichen Eröffnung war neben den Vorständen des Klinikums auch die Verwaltungsratsspitze mit Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer anwesend. Nach einigen kurzen Eröffnungs-Grußworten bieten wir Ihnen einen Rundgang durch die Station an. Unter Umständen steht auch ein Patient für ein kurzes Interview zur Verfügung. Zu danken ist dem Förderverein „Menschen brauchen Menschen“, der die finanzielle Unterstützung für die wohnliche Ausgestaltung der Station und der Anlage eines Patientengartens zugesichert hat. Pallium (lat.) bedeutet Mantel. Ein Mantel wärmt und bietet Schutz vor Nässe. Die Bibel und der christliche Kontext sind reich an Geschichten und Gleichnissen rund um den Mantel. Und das soll eine Palliativstation ja auch bieten: Schutz. Und Linderung von körperlichem Schmerz und seelischem Leiden. Schwerstkranke sind nicht immer auch alt. „So mancher 40-Jährigen fällt es schwer zu gehen, weil sie heranwachsende Kinder hat und selbst noch viel zu jung ist zum Sterben“, weiß Dr. Irmtraud Hainsch-Müller, die die Palliativstation zusammen mit Dr. Christoph Aulmann leitet. Und ein 80-Jähriger habe manchmal einfach Angst vor dem Tod, weil er nicht wisse, was auf ihn zukommt, so HainschMüller. Ein sogenanntes Eingangs-Assessment stelle sicher, dass auch die „richtigen“ Patienten auf die Palliativstation kämen.

„Durch eine strukturierte Erfassung der relevanten Aspekte stellen wir die objektive Erkrankungssituation unter Berücksichtigung der Symptomlast fest“, erklärt Hainsch-Müller. Gegen eine Aufnahme sprächen beispielsweise Erwartungen und Hoffnungen des Patienten im Hinblick auf eine „neue“ Diagnostik oder Heilungsmöglichkeit. Dieses Auswahlverfahren ist leider notwendig, da inzwischen eine lange Warteliste existiere. „Umso mehr freut es uns, dass wir die Bettenkapazität der Palliativstation aufgrund der großzügigen Spende jetzt um weitere acht stationäre Betten erweitern konnten“, sagt Hainsch-Müller.

Die Fotos zur Eröffnung von Presse Augsburg-Fotograf Wolfgang Czech