Blockabfertigung und Baustelle – über den Brenner Richtung Süden droht Dauerbehinderung

Nach Einschätzung des ADAC Südbayern droht 2023 der Weg Richtung Süden über den Brenner in Sachen Stau zum Dauerbrenner zu werden: Neben 41 Blockabfertigungstagen kommen erschwerend größere Bauvorhaben auf der Brennerautobahn hinzu, die Pkw wie Lkw im weiteren Streckenverlauf ausbremsen.

Road Traffic Gfa5B45187 1280
Vor allem die Baustellensituation an der Luegbrücke, kurz vor der Grenze zu Italien, wird bis zum Sommer 2024 für massive Verkehrseinschränkungen sorgen. Zeitweise ist auf dem entsprechenden Streckenabschnitt nur eine Spur befahrbar, hinzu kommen noch vier zusätzliche Dosiertage im Oktober. Mit weiteren Beeinträchtigungen ist wegen des Neubaus der Ahrentalbrücke sowie der Erneuerung der Brücke Nösslach zwischen April und Herbst 2023 zu rechnen sowie wegen der Sanierung der Schönbergkehre zwischen Mai und November 2023.

Geduld auf dem Weg in den Osterurlaub gefragt

Am kommenden Gründonnerstag könnten besonders viele Autofahrer auf die Geduldsprobe gestellt werden – laut ADAC Staustatistik ist dies einer der staureichsten Tage im Jahr. Hintergrund ist, dass Urlaubsreisende aus Deutschland am Gründonnerstag und Karfreitag auf den Berufs- und Transit- verkehr in Österreich und Italien treffen und der Karfreitag in diesen Ländern kein Feiertag ist. Das Verkehrsaufkommen ist dementsprechend besonders hoch. In 2022 summierten sich die Staus am Gründonnerstag auf über 1000 Kilometer und 243,1 Staustunden auf. Da für Flugreisen kaum mehr Corona-Einschränkungen gelten, ist zwar davon auszugehen, dass wieder mehr Menschen mit dem Flugzeug in den Osterurlaub starten. Durch die Baustellen auf der Brennerautobahn dürfte sich die Situation auf den Straßen aber dennoch kaum entspannen.

Lkw-Blockabfertigung: Einigung um jahrelangen Streit muss forciert werden

Daneben bremst auch die Tiroler Blockabfertigung für Lkw den Verkehr Richtung Süden weiter aus. Durch die Blockabfertigung will Österreich Staus auf der Inntalautobahn und rund um Innsbruck ver- meiden. Dafür stauen sich die Lkw auf deutscher Seite auf der A93 zurück soweit das Auge reicht. Bis zu 70 Kilometer Rückstau wurden in der Vergangenheit bereits registriert – für die Lkw-Fahrer eine Zumutung. Für sie sind Wartezeiten von bis zu zehn Stunden auf dem Weg zur Grenze keine Seltenheit. Die Folge: Fahrzeiten verlängern sich enorm, Ruhezeiten können kaum eingehalten werden und die ohnehin fragilen Lieferketten geraten weiter aus den Fugen.

Aber auch Pkw-Fahrer sind betroffen: Wenn auf der rechten Spur für die Lkw nichts mehr geht, bleibt den Pkw lediglich eine Fahrspur, auf der es nur langsam vorangeht. Damit rückt die Zielankunft im Süden, die für viele den Beginn des ersehnten Urlaubs bedeutet, in die Ferne. Zudem steigt die Un- fallgefahr vor allem am Stauende. Eine Umfahrung des Staus ist im Übrigen auch für Pkw nicht ge- stattet: Bis zum 10. April gilt ein Abfahrverbot, welches Anrainer vor Ausweichverkehr schützen soll. Der ADAC Südbayern drängt seit längerem zu einer Einigung im jahrelangen Streit zwischen Bayern, Tirol und Südtirol. Erfreulich ist, dass sich die Beteiligten im März zu konstruktiven Gesprächen zusammengefunden haben und über ein Slot-System als Alternative zur Blockabfertigung verhandeln.