BLSV | Harald Güller aus Neusäß will neuer Präsident der bayerischen Sportler werden

„Es herrscht zu viel Unruhe im BLSV“

Zuletzt herrschte im Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) Unruhe , das Präsidium um Präsident Jörg Ammon wurde immer wieder kritisiert. Zahlreiche Funktionäre wünschen sich einen Neuanfang mit einer neuen Führungsmannschaft. Der Neusäßer Harald Güller wird sich mit einem Team zur Wahl stellen. „Frischer Wind“ soll in den Dachverband kommen.

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Harald Güller kandidiert als neuer BLSV-Präsident

Demnächst (23./24. Juni) steht in München der Verbandstag des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) auf dem Programm, bei dem ein neues Präsidium gewählt wird. Der amtierende Präsident Jörg Ammon rückte zuletzt immer wieder in die Kritik. Aus der Führungsspitze wurden drei Personen suspendiert, die finanzielle Lage des Verbandes scheint nicht rosig zu sein und auch im Bereich EDV/IT musste die Führung heftige Kritik einstecken. Dies und vieles mehr rief zahlreiche wichtige Funktionäre der bayerischen Sportlandschaft auf den Plan und die sind nun bei ihrer Suche nach geeignetem Personal fündig geworden. Der Landtagsabgeordnete Harald Güller (60) aus dem schwäbischen Neusäß (bei Augsburg) wird am 24. Juni mit einem kompletten Führungsteam den umstrittenen Amtsinhaber herausfordern und den Delegierten „anbieten“, frischen Wind in den Verband zu bringen.

Harald Güller hatte sich den Fragen zu seiner Kandidatur gestellt:

Frage: Herr Güller, warum wollen Sie BLSV-Präsident werden?
Güller: Etliche Sportfunktionäre haben mich in den letzten Monaten angesprochen, weil im Verband vieles unrund läuft und sie der Meinung sind, dass das Präsidium so nicht weitermachen kann. Als Mitglied im Landessportbeirat und dort als Vorsitzender des Finanzausschusses sowie als sportpolitischer Sprecher meiner Fraktion im Landtag weiß ich natürlich, wo die Probleme des BLSV liegen und wo die Herausforderungen für den Sport in den kommenden Jahren sind. Nachdem ich gemerkt hatte, wie sich viele Funktionäre aktiv eingebracht haben, die unter dem Amtsinhaber keine Aufgaben mehr übernehmen wollen, war mir klar, dass da etwas passieren muss. Es herrscht zu viel Unruhe. Ein Umdenken im BLSV ist daher dringend nötig.

 

Frage: Wo sehen Sie die Probleme?
Güller: In erster Linie bei den Finanzen. Dazu kommen Defizite in der Kommunikation und fehlender wertschätzender Umgang miteinander. Auch Anregungen und Ideen aus der Basis werden nicht genügend ernst genommen. Hier ist der BLSV als Verband derzeit nicht gut aufgestellt. Es herrscht viel zu wenig Transparenz, mit einem Großteil der Sportfachverbände ist die  Zusammenarbeit schlecht und so ist ein Konfrontationskurs entstanden. Die Sportkreise und -bezirke, aber auch die einzelnen Vereine werden nicht so in eine gemeinsame Arbeit miteinbezogen wie es sich gehört. Das alles ist dem Sport nicht dienlich. Der BLSV ist und bleibt der einzige Dachverband des Sports in Bayern. Da ist in der Vergangenheit vieles aus dem Ruder gelaufen. Ich will ein Motivator sein, eine faire und offene Kommunikation ist mir und meinen Mitstreitern wichtig. Ein heikles Thema für den Verband ist eine gute Zukunft für die Sportschule Oberhaching. Die nötigen Sanierungen dort, aber auch die dauerhaft zu tragenden Betriebskosten, könnten den BLSV in finanzielle Probleme stürzen. Ein weiteres Thema ist die Attraktivität und Bezahlbarkeit der vier Sportcamps in Bayern. Insgesamt herrscht bei den Finanzen viel zu wenig Transparenz.

Frage: Wieso sind Sie der richtige Mann an der BLSV-Spitze?
Güller: Als Politiker, langjährig insbesondere in den Bereichen Staatshaushalt und Sport, habe ich immer das Miteinander praktiziert. Zuhören, die Meinung anderer überdenken und akzeptieren – das sind Werte, die mir wichtig sind. Man darf als BLSV-Präsident nicht so tun, als ob man über allem steht. Nein, der Chef ist nicht viel wert, wenn er keine guten und motivierten Leute um sich hat. Die habe ich und ich höre auch auf ihre Ideen und Ratschläge. Wir haben ein gutes Konzept in der Schublade, das wir – im Falle unserer Wahl – schnell angehen werden. Zuerst gilt es einen Kassensturz zu machen, dann notwendige Änderungen so vorzubereiten, dass sich alle 11.700 Vereine mit ihren 4,6 Millionen Mitgliedschaften ebenso wiederfinden wie die Sport-Kreise, Bezirke und alle Fachverbände.

Frage: Als Politiker sind Sie ja viel beschäftigt und viel unterwegs. Wie schaffen Sie es, da noch das Amt des BLSV-Präsidenten hinzubekommen?
Güller: Ich habe mich bereits Mitte 2022 entschieden, für die kommende Legislaturperiode nicht mehr zu kandidieren, trete also im Herbst nicht mehr für den Landtag an. Als ich diese Entscheidung getroffen habe, war von der Kandidatur zum BLSV-Präsidenten keine Rede. Ich wollte mich eigentlich anderen Dingen widmen, doch das wird verschoben. Der bayerische Sport hat frischen Wind dringend nötig und für den möchte ich mit meinen Mitstreitern in einem Team sorgen. Das sind lauter erfahrene Sportler, zum Teil langjährige und verdiente Funktionäre und in ihren Berufen sind sie alle sehr erfolgreich. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass als eine Vize-Präsidentin auch eine junge Frau kandidieren wird. Und das ist außergewöhnlich für die BLSV-Führungsetage.

Harald Güller, 60, aus Neusäß in Schwaben. Volljurist. Viele Jahre als Landtagsabgeordneter im bayerischen Landtag tätig. Unter anderem seit 15 Jahren im Landessportbeirat, dort (seit 9 Jahren) Vorsitzender des Finanzausschusses und zudem sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Nun kandidiert er mit folgendem Präsidiumsvorschlag als BLSV-Präsident:

  • Günther Jackl, 51, aus Eltmann in Unterfranken. Freigestellter Betriebsratsvorsitzender bei „Fränkische Rohrwerke“, Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Sprecher des Wirtschaftsausschusses. BLSV-Kreisvorsitzender von 2004 bis 2012 und von 2022 bis heute, stellvertretender Kreisvorsitzender von 2001 bis 2004, BLSV-Bezirksvorsitzender von 2013 bis 2023, stellvertretender Bezirksvorsitzender von 2008 bis 2013. Vorsitzender des Verbandsbeirates und Präsidiumsmitglied von 2014 bis 2018. Kandidiert als Vizepräsident Breitensport und Bildung.
  • Monika Pieczonka, 31 aus Erding, Rechtsanwältin, tätig im Bereich Compliance bei der Continental AG. Die ehemalige Fußball-Schiedsrichterin und -assistentin der 1. und 2. Frauenbundesliga ist jetzt im Coachingwesen der Schiedsrichter im Bezirk Oberbayern tätig. Kandidiert als Vizepräsidentin Recht/Personal.
  • Hubert Schwarz, 62, aus Oberaudorf in Oberbayern. Langjähriger Spitzensportler Ski Nordisch, bis 1990 Zeitsoldat in der Bundeswehr; danach Studium der Betriebswirtschaften und anschließend viele Jahre in verantwortungsvoller Position im Deutschen Skiverband tätig. Jetzt Sprecher des DSV-Vorstands. Kandidiert als Vize-Präsident Leistungssport.
  • Volker Schüßler, 50, aus Deggendorf in Niederbayern. Selbstständiger Steuerberater, spezialisiert unter anderem auf Vereinssteuerrecht. Gründer und seit 32 Jahren Vorstand eines Vereins mit Baseball- und Fußball-Abteilung. Fünf Jahre stellvertretender Kreisvorsitzender, Mitglied des Wirtschaftsrats des BLSV. Vater von vier an Sport interessierten Kindern. Kandidiert als Vizepräsident Finanzen.