Blühender Trinkwasserschutz in Augsburg

Sumpfgladiolen, Sonnenblumen und seltene Insektenarten: auf den Feldern einiger Augsburger Landwirte gibt es derzeit wunderschöne Blumenwiesen zu bestaunen. Möglich ist das dank der jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Augsburg (swa), dem Landschaftspflegeverband, dem Forstamt der Stadt Augsburg und den Augsburger Landwirten im Einsatz für den Trinkwasserschutz. Schließlich gewährleisten Artenvielfalt und Naturschutz die hohe Trinkwasserqualität in Augsburg als eines der besten in Europa.

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Ein Paradies für die Artenvielfalt: auf den Blühbrachen finden zahlreiche Insekten Nahrung und Schutz.
Foto: swa / Thomas Hosemann

Blühbrachen: Artenvielfalt und Trinkwasserschutz

Die blühenden Felder der Landwirte werden aktuell nicht bewirtschaftet und stattdessen mit Wildblumen und -kräutern bepflanzt. Auf diesen sogenannten Blühbrachen wachsen im Bereich der Lechheiden auch zahlreiche Raritäten: Die Sumpfgladiole beispielsweise hat hier ihr weltweit größtes Vorkommen, zudem wachsen seltene Orchideen und Enziane. Die geschaffene Pflanzenvielfalt bietet vielen Lebewesen, insbesondere Bienen, Schmetterlingen und Insekten, Nahrung und Schutz. Durch die Investitionen der swa können diese Blühbrachen für einige Jahre unterhalten und dann an anderer Stelle wieder neu angelegt werden. So konnte zum Beispiel im vergangenen Jahr im Bereich der Schleifenstraße bei Königsbrunn ein großer Acker mit vier Hektar Fläche hinzugewonnen werden, auf dem dieses Jahr erstmalig vielfältige Pflanzen blühen und Insekten schwirren. Die Landwirte, denen die Felder gehören, werden für die entgangenen Ernteerträge von den swa entschädigt. Finanziert wird dieses Projekte unter anderem durch den swa Regenio-Tarif.

Gemeinschaftsprojekt für Trinkwasserschutz

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Die vier Meter hohe swa REHcycling-Skulptur mahnt bis Mitte September die Menschen am Hochablass, Müll nicht achtlos wegzuwerfen und weniger Müll zu produzieren.
Foto: swa / Thomas Hosemann

Auch bei der diesjährigen Sommeraktion der swa steht der Trinkwasserschutz im Stadtwald im Fokus. Gemeinsam mit der Künstlergruppe GiKaMa haben die swa ein überdimensionales Reh am Hochablass aufgestellt. Die REHcycling-Skulptur ist aus Plastikmüll geformt, der unter anderem im Trinkwasserschutzgebiet in und um den Stadtwald gesammelt wurde. Sie symbolisiert die Müllbelastung, unter anderem im Augsburger Stadtwald und die damit verbundenen Herausforderungen für das Trinkwasserschutzgebiet. Die REHcycling-Skulptur mahnt bis Mitte September die Menschen am Hochablass, Müll nicht achtlos wegzuwerfen und weniger Müll zu produzieren.

Das Augsburger Modell: Eines der besten Trinkwasser Europas durch nitratarme Landwirtschaft

Bundesweite Anerkennung hat ein weiteres Projekt der swa für die Trinkwasserqualität in Augsburg: Das „Augsburger Modell“ ist ein Beratungs- und Vereinbarungskonzept zwischen den Stadtwerken Augsburg und den Landwirten im Trinkwasserschutzgebiet. Teil der Vereinbarung ist es, dass die Landwirte gegen eine Ausgleichszahlung auf bestimmte Düngemittel verzichten und nur noch umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel verwenden. Diese richten sich auch nach der Wasserschutzzone, in der das jeweilige Feld liegt. Am Ende einer Vegetationsperiode, wenn die Pflanzen nicht mehr aktiv wachsen oder abgeerntet wurden, wird das Ergebnis überprüft. Es werden Bodenproben entnommen und auf ihren Nitratgehalt getestet. Diese Kontrolle entscheidet über die Höhe der Vergütung, die die Landwirte erhalten. Denn zusätzlich zu einem festen Betrag, den die Landwirte für ihre Beteiligung erhalten, gibt es eine sogenannte Nitratprämie. Diese fällt umso höher aus, je niedriger der Nitratgehalt ist.

Grundwasserschatz im Augsburger Stadtwald

Darüber hinaus arbeiten die swa Hand in Hand mit dem Forstamt Augsburg, um den Baumbestand im Augsburger Stadtwald zu erhöhen. Die Wasserschutzgebiete „Stadtwald Augsburg“ und „Fohlenau“ bestehen aus einer Fläche von rund 5.000 Hektar. Fast die Hälfte dieses Areals ist mit Wald bedeckt. Dabei handelt es sich um einen Laubmischwald, in dem im Gegensatz zum Nadelwald eine höhere Grundwasserneubildung stattfindet.