Börsennotierte Unternehmen bauen kräftig Lehrstellen ab

Börsennotierte Unternehmen haben im Zeitraum 2006/07 bis 2016/17 die Zahl ihrer Ausbildungsplätze deutlich um knapp neun Prozent reduziert – weit stärker als die Belegschaften insgesamt. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB). Ganz anders sieht es demnach bei den nicht börsennotierten Großunternehmen ab 2.000 Mitarbeitern aus: Sie steigerten die Zahl der Lehrstellen im gleichen Zeitraum um 17 Prozent.

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Basis der Untersuchung sind 130 Unternehmen, darunter 62 börsennotierte, aus dem „Mitbestimmungsindex“ des WZB mit zusammen 2,3 Millionen Beschäftigten in Deutschland. „Gerade in den Unternehmen, die der Kapitalmarktlogik unterliegen, wird zunehmend weniger in die Ausbildung investiert“, schreiben die Autoren. Ausbildung als langfristige Investition stehe offenbar in Konkurrenz zu kurzfristigen Ergebniszielen.

„Investition in Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Zeitung. „Das gilt für alle Arbeitgeber.“ Jedes Unternehmen – egal ob börsennotiert oder nicht – benötige schließlich kompetente Fachkräfte. Für diesen Montag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Sozialpartner zu einem Fachkräftegipfel ins Kanzleramt eingeladen.

„Es darf nicht sein, dass sich börsennotierte Unternehmen bei der Ausbildung der jungen Generation immer mehr einen schlanken Fuß machen“, kritisierte auch DGB-Vize Elke Hannack. „Wenn DAX-Betriebe Aktionären 2020 geschätzt rund 37 Milliarden Euro ausschütten können, erwarte ich auch, dass sie mehr ausbilden.“