Im Umgang mit der aktuellen Energie- und Preiskrise ist vor allem die Bundespolitik und damit die Ampel-Regierung in Berlin gefordert. Die Arbeit des Bundeskabinetts stößt derzeit deutschlandweit auf Kritik.

Auch im Freistaat überwiegt mit 69 Prozent (+27 Punkte) das negative Urteil zu den Regierungsleistungen der Ampel-Koalition deutlich. Lediglich drei von zehn bayerischen Wahlberechtigten (29 Prozent; -19 Punkte) äußern sich zufrieden. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt überzeugte das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP noch fast die Hälfte der Bayern (48 Prozent). Mehrheitlich positiv äußern sich zur Regierungsarbeit im Bund die Anhänger von SPD (70 Prozent) und Grünen (67 Prozent). Deutlichere Kritik üben in Bayern die Anhänger der CSU (76 Prozent), vor allem aber von Freien Wählern (90 Prozent) und AfD (96 Prozent).

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Foto: Bruder

Arbeit der Staatsregierung: Auch hier überwiegt die Kritik
 

In der krisenhaft aufgeladenen Situation tut sich auch die Landespolitik, Regierung wie Opposition, im Urteil der Bürgerinnen und Bürger schwerer als zuletzt. Mit der Arbeit der bayerischen Staatsregierung äußern sich im Freistaat 44 Prozent der Wahlberechtigten zufrieden, 54 Prozent unzufrieden. Das Urteil zur Regierungsarbeit in Bayern hat sich damit umgekehrt zu dem vom Jahresbeginn. Im Januar fiel das Urteil noch bei gut der Hälfte der Befragten wohlwollend aus, nun überwiegt die Kritik an der Regierungsarbeit. Das war letztmalig im Freistaat im Herbst 2018 der Fall, vor der damaligen Landtagswahl. Allerdings stößt die Arbeit der Koalition aus Christsozialen und Freien Wählern in Bayern nicht durchweg auf Kritik: Die CSU-Anhänger äußern sich weiterhin mehrheitlich zufrieden (72 Prozent). Gespalten sind die Anhänger des Koalitionspartners (43:54 Prozent), bei den Anhängern der SPD halten sich Zustimmung und Kritik etwa die Waage (50:49 Prozent). In den Reihen der Grünen überwiegt die Kritik deutlich (65:35 Prozent), vor allem aber in denen der AfD (86:13 Prozent).

Parteien: Menschen sind deutlich weniger zufrieden mit SPD und FDP
 

Auch wenn die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Staatsregierung momentan überwiegt, setzen sich CSU und Freie Wähler im Urteil der Bayern von den Oppositionsparteien im Landtag ab. Mit der Arbeit der CSU in der Landesregierung sind nach 45 Prozent im Januar aktuell 41 Prozent (-4 Punkte) zufrieden. Die Leistungen der Freien Wähler im Kabinett wiederum werden von 36 Prozent (+3 Punkte) positiv beurteilt und damit etwas besser als zu Jahresbeginn. Die Grünen-Oppositionsarbeit in Bayern überzeugt aktuell 32 Prozent (-5 Punkte). Zufrieden mit der Arbeit der SPD sind aktuell nur noch 26 Prozent (-12 Punkte). Dies gilt ebenso für die bayerischen Liberalen, zu deren Arbeit sich knapp jeder Fünfte (19 Prozent; -13 Punkte) positiv äußert. Beide Parteien büßen damit in der Bewertung der Wahlberechtigten erkennbar ein. Leicht verbessert im Vergleich zum letzten BR-BayernTrend zeigt sich die AfD. Mit ihrer Oppositionsleistung ist etwa jeder Siebte (14 Prozent; +2 Punkte) zufrieden.

 

Politikerbewertung: Popularitätsverluste für die meisten Politiker

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Foto: Wolfgang Czech

Die größere Skepsis der Bayern gegenüber der Politik insgesamt äußert sich aktuell auch in der Bewertung des politschen Personals. CSU-Ministerpräsident Markus Söder (-5 Punkte) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (-2 Punkte) führen zwar weiterhin die Liste der populärsten Landespolitiker in Bayern an. Der Zuspruch zu ihrer Arbeit bleibt mit 50 Prozent jedoch hinter dem vom Januar zurück. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern verbessert sich dagegen leicht und überzeugt knapp vier von zehn Wahlberechtigten (39 Prozent; +3 Punkte). Hinter ihm folgt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze mit leichten Verlusten und einer Zustimmung von 25 Prozent (-3 Punkte) sowie deren Co-Vorsitzender Ludwig Hartmann mit 19 Prozent (+1 Punkt). Zum weiterhin nur wenig bekannten SPD-Fraktionsvorsitzenden Florian von Brunn äußern sich 12 Prozent positiv (-2 Punkte), auch dies ein leichter Rückgang zum Jahresanfang. Die letzten beiden Plätze im BR-BayernTrend belegen der FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Martin Hagen (11 Prozent; -2 Punkte) und der AfD-Landesvorsitzende Stephan Protschka (6 Prozent; -1 Punkt). Auch diese beiden sind einem großen Teil der Bürgerinnen und Bürger in Bayern unbekannt.

Studieninformationen

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Bayern

Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

 

Für die Umfrage wurden von infratest dimap im Zeitraum von 7. bis 11. Oktober 2022
1157 Wahlberechtigte in Bayern interviewt (755 Telefoninterviews und 402 Online-Interviews).

Gewichtung: Nach soziodemographischen Merkmalen und Rückerinnerung Wahlverhalten. Sonntagsfrage mit separater Gewichtung

Schwankungsbreite: 2 Prozent bei einem Anteilswert von 10 Prozent; 3 Prozent bei einem Anteilswert von 50 Prozent.