Der Geschäftsführer der Mecklenburgischen Brauerei Lübz, Bastian Pochstein, prognostiziert, dass der Bierkonsum in Deutschland aufgrund von veränderten Konsumgewohnheiten und der demografischen Entwicklung weiterhin kräftig sinken wird. „Der Rückgang beim Bierkonsum ist längst nicht am Ende“, sagte Pochstein der „Welt am Sonntag“. Er rechne für die „kommenden fünf bis zehn Jahre mit einem weiter sinkenden Verbrauch in Deutschland“, so der Unternehmer weiter. Bierflaschen, über dts Nachrichtenagentur

Dabei werde es zwar immer mal wieder Unterbrechungen geben – so wie im vergangenen Jahr, als der Absatz um 2,2 Prozent gestiegen ist. „Bei ehrlicher Betrachtung ist das Ergebnis für 2018 aber trotzdem enttäuschend. Angesichts des langen Sommers hätte das Plus noch viel höher ausfallen müssen. Schließlich ist das Wetter eines der wichtigsten Verkaufsargumente für uns Brauer“, sagte Pochstein.

Knapp 100 Liter Bier hat jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr statistisch gesehen getrunken. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren waren es noch mehr als 140 Liter. Größte Verlierer im Biermarkt sind dabei insbesondere nationale Marken.

Zunehmend gefragt sind dagegen regionale und lokale Biere. „Der Verbraucher will heute kein Standard-Pils mehr, sondern das individuelle und besondere Bier von der Brauerei aus der Nachbarschaft“, so der Brauerei-Chef. Das zeige sich auch in den Zahlen: Im Heimat-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liege Lübzer bei mittlerweile 40 Prozent Marktanteil. Die Brauerei aus dem Nordosten, die genau wie Holsten, Astra oder Duckstein zum dänischen Brauriesen Carlsberg gehört, erweitert daher ihr Sortiment, allen voran mit Biermixgetränken und Alkoholfrei-Varianten.