Braun warnt vor Triage bei Überlastung des Gesundheitswesens

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat davor gewarnt, durch eine anhaltend hohe Corona-Infektionsrate Auswahlprozesse bei der Aufnahme von Intensivpatienten auszulösen. „Wenn ein Gesundheitssystem überlastet ist, kann man die Triage nicht ausschließen“, sagte Braun dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die Zahlen der in Deutschland verfügbaren Intensivbetten sinke.

braun-warnt-vor-triage-bei-ueberlastung-des-gesundheitswesens Braun warnt vor Triage bei Überlastung des Gesundheitswesens Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen | Presse AugsburgHelge Braun, über dts Nachrichtenagentur

In der Schweiz seien mittlerweile alle Intensivbetten belegt. „Dort wird nun abhängig vom Lebensalter und von Vorerkrankungen entschieden, wer vordringlich behandelt wird. Es gibt einen breiten Konsens in der Gesellschaft, dass wir das vermeiden wollen“, sagte Braun. Trotzdem setzt er darauf, dass in Deutschland das Weihnachtsfest im Familienkreis gefeiert werden kann. „Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern“, sagte Braun. „Deswegen muss man besondere Sorgfalt walten lassen. Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat.“ Die Maßgabe des Bundeskanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einer Person aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben solle, sei nicht als Verpflichtung zu sehen. „Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis. Es ist eine Art Winter-Knigge“, sagte Braun. „Kontaktvermeidung klingt sehr abstrakt. Der Hinweis, dass man Feiern, Treffen mit vielen Freunden und Reisen vermeiden soll, zeigt, worauf es ankommt.“ Der Kanzleramtsminister selbst plant keine größeren Festivitäten zum Jahresende. Weihnachten feiere er „wie jedes Jahr in sehr kleinem familiären Kreis“, sagte Braun. Eine Silvesterparty werde es nicht geben.

„Es ist nicht die richtige Zeit, um Silvester groß zu feiern. Das wird in diesem Winter nicht möglich sein“, so Braun.