Die Augsburgerinnen und Augsburger wissen meist am besten, wo in ihrer Heimatstadt der Schuh drückt und wie sich die Lebensqualität in Augsburg noch verbessern lässt. Darum ist es so wichtig, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungsprozessen einbringen. Damit das in Zukunft noch einfacher geht, etablieren wir neue Formate der Bürgerbeteiligung.

Bahnhofsbegehung21
Foto: Wolfgang Czech

In einer Sache sind wir uns einig: Wir alle lieben Augsburg. Damit das so bleibt und wir unsere Stadt zudem weiterentwickeln und voranbringen können, müssen wir miteinander im Dialog bleiben. Wir brauchen unterschiedliche Blinkwinkel, Meinungen und Impulse. Denn nur, wenn wir als Stadtverwaltung wissen, was Sie sich für Ihren Alltag und Ihr Leben hier in Augsburg wünschen, können wir gute Lösungen für unsere Stadt erarbeiten.

Deshalb findet Bürgerbeteiligung bereits an vielen Stellen in der Stadtverwaltung statt: In Planverfahren und -werkstätten, bei Bürgersprechstunden und nicht zuletzt bei den Augsburger Stadtteilgesprächen und der jährlichen Bürgerversammlung.

Ab kommendem Jahr sollen diese Formate ausgebaut und um niedrigschwellige Angebote ergänzt werden – so hat es der Stadtrat in seiner September-Sitzung beschlossen.

Im Fokus steht dabei die Neuausrichtung der Bürgerversammlungen. Zu der jährlich stattfindenden gesamtstädtischen Bürgerversammlung, werden künftig drei weitere pro Jahr abgehalten, bei denen es auf Stadtteilebene um die lokalen Bedarfe vor Ort geht. Hierfür werden bewährte Elemente der Augsburger Stadtteilgespräche in das neue Format integriert.

Wie wir es von den Stadtteilgesprächen kennen, wird es zunächst Thementische geben, bei denen Sie Ihre Anliegen direkt mit mir, der Bürgermeisterin oder den Referenten besprechen können. Im anschließenden Plenum können aktuelle Themen und Anliegen diskutiert werden, Fragen gestellt, Bedenken formuliert und Vorschläge gemacht werden. Soweit eine Behandlung in der anschließenden Bürgerversammlung gewünscht wird, können diese Vorschläge auch in Anträge gegossen, von der Versammlung abgestimmt und als Empfehlung an den Stadtrat gegeben werden.

Unser Ziel ist es, ein möglichst niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, mit dem Sie unkompliziert ins direkte Gespräch mit meinem Regierungsteam und mir kommen können.

Ergänzend zu dieser aufsuchenden und analogen Beteiligung werden digitale Formate weiterausgebaut. Dadurch können sich Augsburgerinnen und Augsburger auch von Zuhause einbringen, was vor allem ein Anreiz für junge, zeitlich unflexible und online-affine Menschen sein soll, sich in Beteiligungsprozesse einzubringen. Außerdem baut ePartizipation Barrieren ab und ermöglicht beispielsweise Menschen mit sprachlichen Defiziten gleichwertige Chancen, sich einzubringen, die sich in Gruppendiskussionen möglicherweise nicht trauen würden, das Wort zu ergreifen und ihre Ideen zu formulieren.

Ich freue mich schon auf die neu erarbeiteten Formate und hoffe, dass sich viele von Ihnen einbringen, mitmachen und mitdiskutieren – egal ob bei den neuen stadtteilbezogenen Bürgerversammlungen, der gesamtstädtischen Bürgerversammlung, über Online-Formate oder auch bei Workshops, Bürgerforen oder Ähnlichem. Denn wir alle leben in dieser Stadt und sind gefragt, Verantwortung zu übernehmen, uns einzumischen, mitzureden und Themen auf die politische Agenda zu setzen.

Herzliche Grüße

Ihre Eva Weber

Eva Weber ist seit Mai 2020 Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg. Seit Mai 2014 veröffentlicht sie eine regelmäßige Kolumne exklusiv bei Presse Augsburg.