Mobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für Augsburg: Wie lassen sich die unterschiedlichen Anforderungen – bedürfnisgerechte und sichere Mobilität, gute Erreichbarkeit, bezahlbares öffentliches Mobilitätsangebot, Einhaltung der Klimaziele und hohe Lebensqualität – in Zukunft umsetzen? Wie soll die Mobilität in Augsburg in Zukunft aussehen? Wo wollen wir gemeinsam hin? Wie wollen wir uns in Zukunft von A nach B bewegen?

22 05 04 Pressekonfemobilitaetsplan
ressekonferenz zum Augsburger Mobilitätsplan (v.l.) Projektleiter Planersocietät Dennis Jaquet, Oberbürgermeisterin
Eva Weber, Baureferent Gerd Merkle, Leiter des Tiefbauamtes Dr.Gunther Höhnberg Foto: Ruth Plössel / Stadt Augsburg

Ende 2021 hat mit ersten Gesprächen mit Stakeholdern ein mehrjähriger Prozess zur Neuaufstellung des Augsburger Mobilitätsplans begonnen. Dieser soll den bestehenden Gesamtverkehrsplan von 1998 ablösen. Nun beginnt die Einbindung eines möglichst breiten Querschnitts der Augsburger Bevölkerung. Am Freitag, 13. Mai findet hierzu das 1.Mobilitätsforum statt, bei dem sich Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung des neuen Mobilitätsplanes beteiligen und ihre Ideen miteinbringen können. Diese Impulse werden als konkrete Projekte und Handlungsanweisungen im Augsburger Mobilitätsplan festgehalten. Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Oberbürgermeisterin Eva Weber heute (04. Mai) gemeinsam mit Baureferent Gerd Merkle und Tiefbauamtsleiter Dr. Gunther Höhnberg das Projekt und dessen Bedeutung sowie den bevorstehenden Prozess vorgestellt.

„Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern das Beste für Alle auf den Weg bringen“

Oberbürgermeisterin Eva Weber: „Wir haben bereits eine ganze Reihe von Konzepten entwickelt, die die Richtung für den Augsburger Mobilitätsplan vorgeben: Das Stadtentwicklungskonzept STEK und ganz aktuell die Studien und Beschlüsse zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Darin stecken viele spannende und richtige Ansätze, wie Smart Mobility, Multimodalität, die Stärkung des Umweltverbundes, Stadt der kurzen Wege und vieles mehr. Jetzt brauchen wir einen breiten Konsens, um diese Ansätze zu einer Gesamtlösung zu verschmelzen, sodass Augsburgs Erreichbarkeit und Mobilität für alle nachhaltig sichergestellt ist, wir aber den öffentlichen Raum wieder mehr für uns Menschen nutzen können. Damit die Stadt auf der einen Seite gut erreichbar und gleichzeitig auch attraktiv bleibt. Daher darf bei der Neuaufstellung des Mobilitätsplans nicht ein „Entweder – oder“ den Kurs vorgeben, sondern ein „Sowohl – als auch“. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern das Beste für Alle auf den Weg bringen.“

„Anforderungen unterschiedlicher Nutzungsgruppen besser verstehen und bedürfnisorientierte Mobilitätslösungen finden“

Baureferent Gerd Merkle: „Die Stadt Augsburg erarbeitet den Augsburger Mobilitätsplan, um innovative, klimagerechte und zeitgemäße Mobilitätslösungen für alle Menschen in Augsburg anzubieten: Vom Schüler über die Pendlerin bis zum Rentner. Für die erfolgreiche Ausgestaltung des Mobilitätsplans spielen die Bürgerinnen und Bürger eine entscheidende Rolle, denn Sie sind dijenigen, die die Angebote täglich nutzen. Sie wissen was funktioniert und was nicht. So lassen sich die Anforderungen unterschiedlicher Nutzungsgruppen besser verstehen und bedürfnisorientierte Mobilitätslösungen finden.“

„Entwicklung nach modernsten, europäischen Standards und mit Einbindung der Nachbarkommunen und Landkreise“

Der Leiter des städtischen Tiefbauamtes Dr. Gunter Höhnberg: „Der Augsburger Mobilitätsplan wird nach den modernsten, auf europäischer Ebene entwickelten Standards als sogenannter Nachhaltiger Urbaner Mobilitätsplan (Sustainable Urban Mobility Plan, kurz SUMP) erarbeitet. Er soll sich in erster Linie an den Mobilitätsbedürfnissen der Augsburger Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, einer hohen Lebensqualität in unserer Stadt und den Augsburger Klimaschutzzielen orientieren. Besonders wichtig ist uns sowohl eine enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren des Mobilitätssektors in Augsburg sowie unseren Nachbarkommunen und Nachbarlandkreisen als auch eine aktive Beteiligung der Bevölkerung am Planungsprozess.“ Der SUMP-Ansatz beruht auf vier Prozessphasen:

  • Analyse: „Wo stehen wir jetzt?“ (Phase 1)
  • Strategie: „Wo wollen wir hin?“ (Phase 2)
  • Maßnahmen: „Wie kommen wir dorthin?“ (Phase 3)
  • Umsetzung und Monitoring: „So setzen wir es in die Tat um!“
    (Phase 4)

Mitmachen – live und digital möglich

Zum 1. Mobilitätsforum am Freitag, 13. Mai, 16 bis 19 Uhr, im Kongress am Park sind alle Interessierten herzlich eingeladen. In der dreistündigen Veranstaltung werden zunächst Ergebnisse der Bestandsanalyse vorgestellt. Nach dem Impulsvortrag eines Keynote-Speakers kann das Publikum Fragen stellen. Im letzten Teil der Veranstaltung ist ein intensiver Austausch an verschiedenen Ständen im Foyer möglich.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei und auch digital möglich. Der Weblink zur Onlineteilnahme ist am Veranstaltungstag auf der Startseite der städtischen Homepage augsburg.de zu finden. Die Übertragung wird in Gebärdensprache
angeboten. Weitere Informationen sind unter augsburg.de/mobilitaetsplan zusammengefasst. Von 13. Mai bis 10. Juni können sich Interessierte zudem in einer 10 bis 15-minütigen Online-Befragung Beteiligen. Die Ergebnisse werden veröffentlicht.

Projektbeteiligte und Fördermittel

Die fachliche Ausarbeitung des Augsburger Mobilitätsplans sowie auch die Konzipierung, Umsetzung und Moderation des Beteiligungsprozesses wird unter der Federführung des Tiefbauamts der Stadt Augsburg von Fachleuten aus der Stadtverwaltung und externen Planern durchgeführt. Letztere sind Planersocietät (Dortmund), WVI GmbH (Braunschweig) und Team Ewen (Darmstadt).

Der Augsburger Mobilitätsplan ist ein Förderprojekt. Die Erstellung des Augsburger Mobilitätsplans wird durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Programms Nr. 439 „Förderung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten“ bezuschusst.