In gut einer Woche (12. Juli) haben die Augsburger Bürger das Wort. Sie sollen sich bei einem Bürgerentscheid für oder gegen die Fusion der Stadtwerke Energiesparte mit Erdgas Schwaben aussprechen. Während die „Werbeschlacht“ um die Wählergunst läuft, ist man sich beim Junior-Partner in der Stadtregierung uneinig.

Das Fusionsthema beherrscht das Augsburger Straßenbild. | Foto: Dominik Mesch
Das Fusionsthema beherrscht das Augsburger Straßenbild. | Foto: Dominik Mesch

Am Sonntag der kommenden Woche sind die Bürger in Augsburg aufgerufen eine Entscheidung zu treffen. Es geht um die Frage, ob die Energiesparte der Stadtwerke Augsburg mit Erdgas Schwaben, an der die Stadt auch Anteile hält, fusionieren soll.

Sowohl Befürworter, als auch Gegner der Unternehmensehe informieren seit Wochen in öffentlichen Veranstaltungen. Auch der Straßenwahlkampf um die Gunst der Stimmberechtigten läuft. Seit einiger Zeit haben Fusionsgegner ihre Wahlplakate im Stadtgebiet aufgestellt, die Stadtwerke und die Pro-Fraktion reagierten ihrerseits. Dafür ernteten sie teils herbe Kritik. Besonders die Kampagne der Stadtwerke stieß manchem sauer auf. Mitarbeiter sind in Anzeigen und auf Plakaten zu sehen, die sich aus verschiedensten Gründen für eine Unternehmensehe aussprechen. Die Kritiker werfen den Stadtwerken hier eine Instrumentalisierung der Belegschaft und viel zu hohe Kosten vor. In einer Podiumsdiskussion in dieser Woche warf Bürgerentscheid Bruno Marcon dem Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl sogar indirekt eine „Vetterleswirtschaft“ vor. Die groß angelegten Kampagnen wurden von der gleichen Agentur realisiert, wie bereits sein Wahlkampf und das Projekt „Augsburg City“. Diesen Vorwurf wies der OB in aller Deutlichkeit zurück. Zu den Kosten für die laufende Jagd um die Wählerstimmen für den kommenden Sonntag macht weder er, noch die Stadtwerke-Spitze Angaben. Jetzt legen sie aber sogar noch nach und übertragen die letzte Bürgerveranstaltung vor dem Wahlsonntag am Donnerstag aus dem Pfarrsaal Heiligster Erlöser (Wellenburger Straße/Göggingen)  per Live-Stream im Internet.

Eines der umstrittenen Plakate, mit dem die SWA für eine Fusion wirbt. | Foto: Dominik Mesch
Eines der umstrittenen Plakate, mit dem die SWA für eine Fusion wirbt. | Foto: Dominik Mesch