Bundesärztekammer gegen Impfstoff-Wahlmöglichkeit

Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt hat Forderungen, wonach medizinisches Personal und Pflegekräfte zwischen verschiedenen Impfstoff-Herstellern aussuchen sollen, zurückgewiesen. „Im Hinblick auf die Vermeidung von schweren Verläufen und Aufenthalten in Krankenhäusern ist der Impfstoff erfolgreich“, sagte er auf einer Online-Veranstaltung des Vereins „Berliner Wirtschaftsgespräche“, über die das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ (Mittwochausgabe) berichtet. „Die Alternative wäre, nicht zu impfen – und das halte ich für problematischer.“

Dts Image 15174 Eifgbsopbt 3121 800 600Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer, über dts Nachrichtenagentur

In seinem Vortrag wies der Chef der Bundesärztekammer vor Unternehmern und Vertretern des Gesundheitswesens auch auf die Kollateraleffekte der Pandemie in der Bildung, dem Sozialwesen, der Kultur und für Gewerbetreibende hin. Er habe nicht das Gefühl, dass die Diskussion um die langfristigen Folgen der Pandemie im Parlament ausreichend geführt werde. „Dort sind Menschen vertreten, die die Interessen aller in unserer Gesellschaft vernünftig artikulieren.“

Den „zurückhaltenden, hoch vorsichtigen“ Kurs des Kanzleramts wolle er grundsätzlich nicht kritisieren, denn Vorsicht sei angemessen. Aber: „Langsam müssen wir darüber nachdenken, wie viel Mut und Risikobereitschaft wir bereit sind zu geben“. Um aus der Pandemie herauszukommen, sieht Reinhardt das Impfen als den „einzig wahren und wirklichen Weg“. Er sieht aber auch Selbsttests als eine Perspektive, die zumindest Restaurant- und Konzertbesuche wieder zulassen könnte.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Montgomery, hatte am Dienstag erklärt, dass medizinisches Personal und Pflegekräfte nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden sollten.