Bundesregierung lässt Castoren inmitten der Pandemie rollen

Ungeachtet der Corona-Pandemie hat sich die Bundesregierung dafür entschieden, den Castor-Transport von Atommüll aus dem britischen Sellafield ins südhessische Biblis durchzuführen.90 Gebiete Kommen Bei Atommuell Endlagersuche Infrage 1

„Der Nuklear-Transport wird in diesem Herbst wie geplant stattfinden. Darauf haben sich der Bund und die betroffenen Bundesländer verständigt“, sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Horst Seehofer auf Anfrage der Redaktion von RTL und ntv. „Die Bundespolizei hat ein entsprechendes Hygienekonzept unter Einbindung ihres Polizeiärztlichen Dienstes erarbeitet.“ Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und die Gewerkschaft der Polizei hatten dafür plädiert, aus Rücksicht auf die Belastung der Polizei den Transport ein weiteres Mal zu verschieben.

Auch das Bundesumweltministerium bestand auf dem Transport der Castor-Behälter, „die im Rahmen der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken angefallen sind und deren Rücknahme privatwirtschaftlich, aber auch völker- und EU-rechtlich verpflichtend geregelt ist“. Die notwendige Beförderungsgenehmigung für die ersten sechs Behälter laufe am 31. Dezember 2020 aus, sagte ein Ministeriumssprecher RTL und ntv. „Nach umfangreichen Abstimmungen mit dem Vereinigten Königreich sowie den vom Transport betroffenen Bundesländern ist eine Rückführung dieser Behälter bis zum Ende des Jahres vorgesehen. Die Bundespolizei und die verantwortlichen Polizeien der Länder bereiten sich auf den entsprechenden Einsatz zum Schutz des Transportes vor.“