Die Bundesregierung hat dem Vorwurf von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker einer „himmelschreienden Heuchelei“ beim Außengrenzschutz widersprochen. „Größer als das Personalproblem von Frontex ist der Mangel an Befugnissen“, sagte Innenstaatssekretär Günter Krings (CDU) der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Ein schneller und deutlicher Personalaufwuchs sei aus deutscher Sicht natürlich machbar und wünschenswert, mache aber nur Sinn, wenn die zu Frontex abgeordneten Beamten „nicht nur Strichlisten führen, sondern auch echte grenzpolizeiliche Befugnisse erhalten“, unterstrich der CDU-Politiker.

Jean-Claude Juncker am 06.07.2017 am Hamburger Flughafen, über dts Nachrichtenagentur

Dafür setze sich Deutschland ein. „Es ist deshalb umso ärgerlicher, dass der Kommissionspräsident an dieser eigentlichen Aufgabe zielsicher vorbeiläuft“, kritisierte Krings.