In der Nacht auf den heutigen Freitag kamen bei einem Attentat in Nizza (Frankreich) über 80 Menschen ums Leben. Wenige Stunden zuvor wurde bekannt, dass aus einem am 18. April im Mittelmeer gesunkenen Flüchtlingsschiff 675 Leichen geborgen wurden. Die Bestürzung über diese beiden Fälle ist weltweit sehr groß. Auch die Augsburger Bundestagsabgeordnete Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) hat ihre Gefühle zum Ausdruck gebracht. 

Roth: „Ich trauere mit den Opfern des schrecklichen Anschlags von Nizza."  | Foto: Wolfgang Czech
Roth: „Ich trauere mit den Opfern des schrecklichen Anschlags von Nizza.“ | Foto: Wolfgang Czech

 

Zum Attentat in Nizza:

„Ich trauere mit den Opfern des schrecklichen Anschlags von Nizza. Meine Gedanken sind in Frankreich, wo in den vergangenen Monaten so oft unfassbare und plötzliche Gewalt erlitten werden musste. Mein Mitgefühl gilt allen, die in dieser Nacht Angehörige, Liebste und Nächste verloren haben, und ich wünsche allen Verletzten gutes und vollständiges Genesen. Dieser Terror trifft uns alle. Dieser Terror macht keinen Unterschied, er richtet sich gegen jede Nationalität, jede Religion, jede Hautfarbe, gegen jedes Alter. Dieser Terror will Europa spalten, er will unsere Gesellschaften spalten. Die richtige Antwort auf diese Gewalt kann deswegen nur unser unbedingter Wille zu einem friedlichen Zusammenleben, zu inklusiven und solidarischen Gesellschaften, zur Freiheit, zur Toleranz, zum Respekt und zur Vielfalt sein. Liebe ist stärker als Hass, Hoffnung stärker als Angst.“   

Zu den toten Geflüchteten, die die italienische Marine aus einem Wrack im Mittelmeer geborgen hat:

„Dieses Wrack ist anklagendes Symbol gegen eine europäische Politik, der Menschenleben offenbar immer weniger bedeuten. Mit diesem Todesschiff ertrinken auch die Werte einer EU, der es nicht um den Schutz für, sondern nur noch um die Abwehr von Flüchtlingen geht. Was muss noch passieren, bis endlich legale Fluchtwege ermöglicht und eine zivile Seenotrettung eingesetzt werden? Wann werden wir endlich begreifen, dass wir den Geflüchteten in und mit Europa solidarisch Schutz geben müssen? Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis endlich die Fluchtursachen statt die Menschen in Not bekämpft werden? 675 tote Menschen auf dem Meeresgrund im Mittelmeer: Sie klagen uns alle an!“