Bundestagsvizepräsidentin Roth kritisiert Sammelabschieung nach Afghanistan

Von München aus soll am heutigen Dienstag wieder eine Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan erfolgen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Augsburg/Bündnis 90/Die Grünen) verurteilt diese Maßnahme aufs Schärfste.

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Roth verurteilt die Sammelabschiebung scharf | Archivfoto: Wolfgang Czech

„Ich verurteile die geplante Sammelabschiebung von München nach Kabul aufs Schärfste. Durch die bewaffneten Konflikte in Afghanistan sterben tagtäglich Menschen, Tausende verlieren ihr zu Hause und müssen fliehen. Bei den jüngsten Kämpfen in Ghasni wurden über 100 Sicherheitskräfte getötet. Afghanistan ist nicht sicher. Auch der neue Lagebericht des Auswärtigen Amtes müsste Abschiebungen in das Kriegs- und Krisenland eigentlich erschweren. Stattdessen schafft die bayrische Regierung neue Abschiebemöglichkeiten für wieder erweiterte Personengruppen, verkennend, wie fatal die Konsequenzen für die Abgeschobenen auch sein mögen. Das ist hart, unmenschlich und läuft der Integration zuwider.

 Auch die ehrenamtlichen Helferkreise, die bayerische Wirtschaft und viele Verbände und Kirchen reagieren mit völligem Unverständnis auf die willkürlichen Abschiebungen: Die Bayrische Regierung schickt Menschen zurück in ein Kriegsland, die zum Teil seit Jahren hier leben und große Integrationsleistungen vollbracht haben. Menschen, die arbeiten, ein soziales Umfeld haben und zur Gemeinschaft beitragen. Bereits bei den letzten Abschiebeflügen waren überwiegend Menschen aus bayerischen Regionen dabei, die hier in die Schule gehen oder bereits arbeiten, die als Mitarbeiter in den Unternehmen hoch geschätzt und dringend gebraucht werden. Bayern könnte Integrationsvorbild sein, statt die intensiven Integrationsmaßnahmen  der Helferkreise, der Sozialverbände und Unternehmen sowie zahlloser Einzelpersonen zu konterkarieren. „