Burda-Chef prangert „Monopole“ im Internet an

Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Burda, Paul-Bernhard Kallen, beklagt, dass die Politik in der Coronakrise die digitale Unabhängigkeit Europas aus dem Blick verliere. „Im Bereich Suche, Browser, Betriebssysteme, etc. haben sich über die vergangenen zehn Jahre Monopole gebildet, die mit privatwirtschaftlichen Mitteln praktisch nicht mehr angreifbar sind“, sagte Kallen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe). „Will man den Wettbewerb zurückbringen, braucht es dazu erhebliches politisches Engagement. Wir beobachten, dass die digitale Zukunft Europas in dieser Coronakrise noch mehr aus dem Fokus der politischen Agenden geraten ist.“

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Die Monopole manifestierten sich insbesondere im Zugang zu den Kunden, der durch als Standard voreingestellte Apps und Dienste bestimmt wird. „Diesen Zugang besitzen heute wenige Unternehmen, von denen keines seinen Firmensitz in Europa hat. Die Monopolkosten bezahlen insbesondere wir Europäer“, so Kallen.

Die fehlende politische Unterstützung sei der Grund dafür, dass Burda seine Bemühungen einstelle, mit dem mehrheitlich dem Konzern gehörenden Start-up Cliqz eine datenschutzkonforme europäische Suchmaschine und einen dazugehörigen Browser zu entwickeln. Die Nutzer seien nicht damit einverstanden, überwacht zu werden. „Jedoch halten die Nutzer es gleichzeitig für zwecklos, die Einwilligung in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und damit die Einwilligung in die Verwendung ihrer Daten zu verwehren, da sie keine Alternative zu den Angeboten der Monopolisten haben“, sagte Kallen.