Camping-Boom in Deutschland hält an – Urlaub auf dem Campingplatz liegt seit Jahren voll im Trend 

Trotz steigender Preise erfreut sich Campingurlaub bei deutschen Urlaubern nach wie vor größter Beliebtheit. Egal, ob mit dem Campervan, dem Wohnwagen oder dem Zelt – für viele bedeutet ein Urlaub in der Natur pure Entspannung. In den letzten Jahren hat sich Europa kontinuierlich zu einem Paradies für Camping-Liebhaber entwickelt und auch in Deutschland gibt es viele wunderschöne Orte, an denen man sein Zelt aufschlagen kann. 

Der „Urlaub des kleinen Mannes“

Obwohl der große Campingboom sich erst nach dem zweiten Weltkrieg – während des Wirtschaftswunders – entwickelte, liegt der Ursprung des Campingurlaubs in den goldenen Zwanziger Jahren. Während dieser Zeit nutzten die Menschen ihren neugewonnenen Urlaubsanspruch und sahen im Zelturlaub eine kostengünstige Möglichkeit, sich in der Natur zu erholen. Junge Paare und Familien machten sich an freien Tagen auf in die nähere Umgebung, um dort das gute Wetter zu genießen. 

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Entwicklung dieser Art des Urlaubs ausgebremst, feierte jedoch Anfang der 50er Jahre ein rauschendes Comeback. Mit dem Wohlstand wächst auch der Wunsch nach Freizeit, hinzukommt, dass immer mehr Menschen sich ein Auto leisten können. Auch die Industrie erkennt den Marktwert dieses Trends und beginnt mehr und mehr mit der Entwicklung von Campingausrüstung aller Art. 

Die Geburt des VW-Bus

Besonders Volkswagen gelang mit der Entwicklung des VW-Bus T1 im Jahr 1950 der große Durchbruch. Der sogenannte Bulli avancierte innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Lieblingsauto und Campingmobil der jungen Generation. Während der 60er und 70er Jahre entwickelte sich das Auto darüber hinaus zu einem Wahrzeichen der Hippiebewegung und das nicht nur in Deutschland. 

Camping heute: Der Weg ist das Ziel

Die Zeiten, in denen sich viele Deutsche im Urlaub am liebsten einfach nur auf die Liegen am Hotelpool knallten, sind vorbei. Heute wollen die meisten deutschen Urlauber etwas erleben. Reise wie diese stehen hoch im Kurs. Der Weg ist das Ziel. Außerdem zieht es immer mehr Deutsche in die Natur. Wandern, Fahrradtouren und Kletterurlaub liegen im Trend – und was passt dazu besser, als die Übernachtung im Zelt?

Dieser Trend ist neu, noch vor wenigen Jahren galt Campingurlaub als das Gegenteil von cool und angesagt. Besonders gegenüber deutschen Wohnmobilcampern gab es viele Vorurteile: spießig, immer am Grillen und eingerichtet wie Zuhause. Doch wie es mit Vorurteilen häufig so ist, treffen sie nur begrenzt zu.

Zelturlaub vs. Campen mit Komfort

So schätzen zum Beispiel junge Familien den Urlaub auf dem Campingplatz, da die Kinder sich in der Natur bewegen können. Völlig auf jedweden Komfort verzichten wollen sie trotzdem nicht. Oft entscheiden sie sich für den Urlaub im Wohnmobil oder für sogenannte Mobile Homes auf Campingplätzen. Und sogar wer Luxus pur sucht, wird auf deutschen Campingplätzen fündig. Mittlerweile gehören bei manchen Campingplätzen nämlich sogar eine Poolanlage, Restaurants und Kinderbetreuung zum Angebot.

Den Gegenpol zu dieser Gruppe der Komfortcamper liefern die überzeugten Zelturlauber. Bei ihnen lautet das Motto: Back to the roots. Am liebsten zelten sie wild, d.h. sie schlagen ihr Zelt einfach mitten in der Natur auf und greifen nicht auf aufgewiesene Campingplätze zurück. Wildcampen ist für diese Deutschen ein Symbol für Freiheit und Abenteuer. In ihrem Urlaub verzichten sie auf Luxus und greifen nur auf die absolute Basisausstattung zurück: Zelt, Isomatte, Schlafsack. 

Rosige Aussichten für die Campingindustrie

Egal, für welche Art des Campings sich Urlauber auch entscheiden, die Campingindustrie jubelt schon jetzt. Campingplätze und Fahrzeughersteller melden am laufenden Band Rekorde. Und ein Ende des Trends ist noch lange nicht in Sicht!