“Canale Grande?! Hundsgraben, Holl, historische Kanäle”

Eine interessante Führung im Bereich der Altstadt entlang der Lechbäche bzw. Lechkanäle mit der Frau Dr. Susanne F. Kohl erlebten die zahlreichen Besucher bei der Führung des Kulturkreises Haunstetten. Der Kulturkreis Haunstetten besitzt eine ganz besonderer Beziehung zum Thema: Denn Haunstetten  und  Siebenbrunn (die einstige Meringerau) hatten immer schon einen prägenden ‘Einfluss’ auf die romantischen offenen Lechkanäle der Altstadt. 

kulturkreis-haunstetten “Canale Grande?! Hundsgraben, Holl, historische Kanäle” Freizeit Vereinsleben Haunstetten und Siebenbrunn Kulturkreis Haunstetten Lechbäche bzw. Lechkanäle | Presse Augsburg
Mit der ‘Lechaufstellung’ entwirrten die Teilnehmer das Netz der vielen Wasserläufe durch die Altstadt.

In den Fluren rund um Haunstetten verlagerte sich nicht nur ab und an das „wandernde“ Lechbett, sondern aus ihrem Gebiet kommen wichtige Lechbäche (z.B. Brunnenbach = Quellbach) oder auch wichtige Lechanstiche (wie z.B.  der Lochbach).

Die Haunstetter und ihre jeweilige Obrigkeit (z. B. das Reichskloster Ulrich  und Afra) konnten den Augsburgern so buchstäblich das Wasser abgraben, erläuterte die Historikerin, zum großen Ärger von Mühlenbesitzern oder „Lederen“ an den innerstädtischen Lechkanälen. Die Wasserkraft war ja „die“ Energiequelle des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Die zahlreichen Besucher gewannen einen profunden Einblick in verborgene unterirdische Kanalgeschichte Augsburgs,  lernten Elias Holl, der vielen nur als Erbauer des Augsburger Rathauses bekannt ist,  als Wasserbau-Experten kennen.

Ein besonderer Aspekt der Führung von Susanne F. Kohl  waren ihre Erläuterungen zur weithin unbekannten Hygienegeschichte der Stadt: vom Schlachthaus bis hin zum gefürchteten „bösen Geschmack“ in den Pestzeiten des Mittelalters.