CDU-Bundesvorstandsmitglied ruft Parteikollegen zur Mäßigung auf

Im Machtkampf um die Unions-Kanzlerkandidatur hat der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß seine eigenen Parteikollegen zur Mäßigung aufgerufen. „Eigentlich haben wir ein Luxusproblem“, sagte das CDU-Bundesvorstandsmitglied dem „Handelsblatt“ mit Blick auf die beiden potenziellen Kandidaten Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU). „Statt das jetzt aber zu nutzen, tun Einige von uns alles dafür, es zu versemmeln. Klug ist das nicht.“

Dts Image 12545 Csptdajiri 3121 800 600CDU-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Bareiß wandte sich damit gegen die aus seiner Sicht überzogene Kritik aus der CDU an der CSU. „So ist es doch politisch naiv, unserer Schwesterpartei mit einem eigenen CDU-Landesverband in Bayern zu drohen“, sagte Bareiß, der auch parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium ist.

„Wer so etwas macht, kann wohl eins und eins nicht zusammenzählen.“ Bareiß bezog sich auf Äußerungen des CDU-Politikers Dennis Radtke aus Nordrhein-Westfalen. „Wenn Söder die Kanzlerkandidatur erzwingen will, wenn er die CDU zerstören will, dann darf die Gründung der CDU in Bayern kein Tabu mehr sein“, hatte das NRW-Landesvorstandsmitglied dem ZDF gesagt. Radtke ist auch Bundesvize der Arbeitnehmervereinigung CDA und Abgeordneter im Europaparlament.

Bareiß sagte, mit Laschet und Söder habe die Union zwei starke Ministerpräsidenten. „Jeder von ihnen hat das Format, die kommende Bundestagswahl zu gewinnen. Vor zwei Jahren haben uns viele das nicht zugetraut“, sagte der CDU-Politiker. Er erwarte, dass sich die beiden jetzt „schnell“ einigen.

„Beide haben eine Verantwortung für die gesamte Union.“