CDU-Politiker Whittaker will nach Moria-Brand europäische Lösung

Der CDU-Politiker Kai Whittaker hat mit Blick auf die Situation der Flüchtlinge in Griechenland ein europäisches Vorgehen gefordert. „Wir brauchen jetzt wirklich eine europäische Asylpolitik – das ist deutlich geworden“, sagte Whittaker im „Frühstart“ von RTL und n-tv. „Wir können den Griechen nicht alles alleine überlassen. Das war der Fehler, den wir in den letzten Jahren immer wieder gemacht haben.“

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Gerade 2012, als Italien Deutschland um Hilfe bat, habe Deutschland dies abgelehnt. „Das war ein Fehler. Dafür haben wir 2015 den Preis bezahlt“, so der CDU-Politiker.

Nun gehe es darum, eine europäische Lösung zu erreichen und zum Beispiel „ein europäisches Zentrum für Flüchtlinge aufzubauen, wo wir dann die Asylverfahren durchführen können und das weitere europäische Verfahren abstimmen“. Man müsse das Thema der europäischen Flüchtlingspolitik nun „endgültig lösen“ und nicht weiter vor sich hertragen. Über das Ultimatum, welches SPD-Chefin Saskia Esken der Union in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen gestellt hatte, habe er sich „aufgeregt“, weil es nicht an der Union liege, zu beweisen, dass man eine „humanitäre Politik“ mache.

Deutschland habe in den vergangenen fünf Jahren so viele Flüchtlinge aufgenommen, wie kein anderes europäisches Land. „Wir müssen nicht beweisen, dass wir eine humanitäre Flüchtlingspolitik machen, aber wir können auch nicht alleine in Europa handeln, sondern wir müssen möglichst viele andere Staaten mitnehmen“, sagte Whittaker der RTL/n-tv-Redaktion. Der CDU-Politiker hatte zuletzt, zusammen mit 15 anderen Unions-Bundestagsabgeordneten, in einem Brief an Innenminister Horst Seehofer (CSU) die Aufnahme von 5.000 anerkannten Flüchtlingen vom griechischen Festland gefordert.