CDU-Wahlen: Söder lässt sich "überraschen"

Obwohl die Wahl des neuen CDU-Chefs für die Schwesterpartei von großer Bedeutung ist, will CSU-Chef Markus Söder den Wahlparteitag der CDU nicht komplett verfolgen. Er habe keine Zeit, die drei Reden der Kandidaten Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen sowie die anschließende Wahl live zu verfolgen, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Der bayerische Regierungschef will Akten abarbeiten und Termine machen.

Dts Image 12455 Gipqdriers 3121 800 600Markus Söder, über dts Nachrichtenagentur

„Da ich selbst in Terminen bin, kann ich nicht alles live anschauen, sondern lasse mich am Ende überraschen“, so der CSU-Chef. Auch auf einen Favoriten will sich Söder nicht festlegen. „Es ist ein spannendes Rennen mit drei hervorragenden Bewerbern. Da traut sich keiner eine ernsthafte Prognose zu“, sagte er.

CSU-Generalsekretär Markus Blume sieht die Wahl eines neuen Vorsitzenden zugleich als Beginn einer neuen Ära. „Es wird auch eine Ära der neuen Zusammenarbeit sein“, sagte Blume der RTL/n-tv-Redaktion. „Wir sind einfach froh, dass es uns gelungen ist, in den letzten Monaten, in den letzten zwei Jahren zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder die Union wieder zu einer echten Union zu machen.“

Mit Blick auf die Benennung eines Kanzlerkandidaten der Union mahnte Blume zur Gelassenheit. „Die CDU klärt jetzt die Frage des Parteivorsitzes, dann geht es aber in den nächsten Wochen wieder darum, (…) unser Land gut durch die Pandemie-Krise zu bringen und dann auch aus dieser Krise herauszuführen.“ Man werde dann „gemeinsam und im bewährten Verfahren“ alle Zeit haben für die Entscheidung, wer Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl werde. „Das ist eine Entscheidung, die uns definitiv erst dann im weiteren Verlauf des Frühjahrs beschäftigen wird.“

Er sei zudem der festen Überzeugung, dass die SPD mit der frühzeitigen Nominierung von Olaf Scholz zum Spitzenkandidaten viel zu früh gestartet sei und einen großen Fehler gemacht habe, so Blume. „Es ist nicht Wahlkampf in Deutschland, sondern wir sind mitten in der größten Pandemie in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg. Es geht um andere Fragen in diesem Land. Und deswegen werden wir diese Frage der Kanzlerkandidatur dann entscheiden, wenn die Zeit dafür reif ist.“