Christoph Daum über Karriereziele: „In die USA wäre sicherlich auch ein riesen Ziel, das würde mich reizen.“

Der ehemalige Erfolgstrainer Christoph Daum veröffentlicht am Montag seine Biografie, „Immer am Limit“. Im exklusiven Interview mit dem RTL-Mittagsjournal „Punkt 12“ spricht Daum über eine weitere Trainerkarriere, Gründe für seine Kokain-Affäre und die Bedeutung seiner Familie.

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Christoph Daum über Karriereziele:
„In die USA wäre sicherlich auch ein riesen Ziel, das würde mich reizen. Das Interesse gegenüber dem Fußball in den USA wird immer größer. Das wäre eine tolle Sache, weil ich auch das Land schätze.“

Über Gründe für seinen zurückliegenden Kokainkonsum:
„Ich war in einem Kreis, in dem mir gesagt wurde, wenn du mal abschalten willst, dann nimm doch hier etwas. Ich habe mich anfangs einige Male mitreißen lassen, aber als ich kapiert hatte, auf was ich mich da einlasse, habe ich es wieder sein lassen. Dann wurde es aber auf einmal aufgebracht und zu einer öffentlichen Anklage hochgezogen, wo ich in die Ecke getrieben war und meinte, keine andere Möglichkeit gehabt zu haben, als zu handeln, wie ich gehandelt habe.“

Auf die Frage, ob er gedacht habe, seinen Konsum verheimlichen zu können:
„Ja, klar habe ich Dinge verheimlicht, aber was hätte ich damit erreicht, wenn ich gesagt hätte: ‚Ja, ich habe vereinzelt Kokain zu mir genommen‘. Danach hätte niemand gesagt, das ist in Ordnung. Es wäre dann nicht anders gelaufen als jetzt.“

Über seine Reaktion auf die Kokain-Affäre:
„Alle erwarten, dass du im Büßergewand erscheinst. Ich habe gesagt, das bin ich nicht. Ich komme nicht im Büßergewand, das ist nicht Christoph Daum. Ich gebe meinen Fehler zu, wie in der selben Form, dass ich damals gelogen habe, entschuldige mich und dann arbeite ich wieder daran Glaubwürdigkeit zurückzuholen, aber jetzt in ‚Schutt und Asche‘ zu versinken, was alle als angemessen gesehen haben, das mache ich nicht.“

Über Unterstützung in der Krise:
„Wichtig ist in einer solchen Situation, dass du ein stabiles soziales Umfeld hast. Das heißt Frau, Familie, Freunde – Menschen, die an dich glauben und zu dir stehen. Ich habe auch gesagt, wenn du in einer solchen Situation mit dem Rücken zur Wand stehst, dann ist meine Wand die Familie und Freunde, die an mich geglaubt haben.“

Über seine Ehefrau Angelica Kamm-Daum:
„Ich hatte mit der Angelica eine unglaubliche Unterstützerin an meiner Seite, sodass wir gesagt haben, wir zwei gegen den Rest der Welt. Wir haben uns viel vorgenommen und letztlich gemeinsam viel erreicht. Zu zweit gegen den Rest der Welt ist nicht so einfach, aber es war trotzdem eine schöne Phase, die uns zusammengeschweißt hat und die ich nicht missen möchte.“