Claudia Neumann setzte auf dem Bolzplatz Ellbogen ein

ZDF-Sportreporterin Claudia Neumann wurde schon früh von der Fußball-Leidenschaft gepackt. „Bei mir hieß es schon immer lieber Ball als Puppe. Das weiß ich aus Erzählungen und von Fotos. Bei uns im Garten lagen immer nur Bälle, und ich habe ständig dagegengetreten. Die ersten Schritte, die ich gemacht hatte, waren mit Ball am Fuß. Puppen gab es in meinem Umfeld nicht“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Dts Image 10746 Kahkmfigff 3122 800 600Claudia Neumann, über dts Nachrichtenagentur

Neumann, die im Rheinland aufwuchs, ging als Kind mit ihrem älteren Bruder stets zum Kicken auf dem Bolzplatz: „Erst sind wir auf Bäume geklettert, dann haben wir den Bolzplatz in unserem kleinen Örtchen Neunkirchen für uns entdeckt. Dort haben sich alle Kinder aus der Nachbarschaft getroffen. Alles Jungs – und ich“, berichtet Neumann. Wie sie sich dort durchsetzte? „Über das freundschaftliche Verhältnis zum Ball und über das Gesetz des Stärkeren, das schon immer auf dem Bolzplatz herrschte. Ich entsprach nicht wirklich dem damals gängigen Rollenbild eines Mädchens. Ich war eher wie ein kleiner Junge, ich war wie die. Und so habe ich auf dem Platz natürlich auch die Ellbogen eingesetzt.“

Am liebsten netzte Neumann per Fallrückzieher ein.

Das berühmte Fallrückzieher-Tor von Klaus Fischer habe sie derart begeistert, dass sie Stunde um Stunde geübt habe. „Mir war schon als Kind nie das Gewinnen am wichtigsten. Ich wollte vor allem, dass es schön aussieht. Ich habe lange geübt, quasi nach dem Prinzip „try and error“ – und irgendwann sind mir tatsächlich ein paar schöne Dinger gelungen. Natürlich haben die wenigsten geklappt, aber wenn, dann waren es echt tolle Erlebnisse.“

Ihre Eltern waren weniger begeistert von ihrer Fußball-Leidenschaft: „Es war eine andere Zeit. Jungs bekamen Hellblau, Mädchen Rosa. Da konnte ich mich noch einigermaßen gegen wehren – nur bei der Kommunion nicht. Da war das Kleid unverhandelbar“, erinnert sich Neumann.