Bewusste Irreführung | FPÖ-Abgeordneter macht Corona-Schnelltest mit Cola

Bei einer Debatte im Österreichischen Nationalrat hat ein FPÖ-Abgeordneter während einer Rede einen Corona-Schnelltest an einem Glas Cola durchgeführt – mit positivem Ergebnis. Dies zeige, dass die von der Regierung besorgten Schnelltests wertlos seien, so Michael Schnedlitz, der auch Generalsekretär der rechtspopulistischen FPÖ ist. „Für solche Tests und Austestungen gibt diese türkis-grüne Regierung zig Millionen an Steuergeld aus“, sagte Schnedlitz.

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Das sei „im Prinzip eine reine, massive Umverteilung von Steuergeld in Richtung der Pharmaindustrie“. Auch zuvor schon hatte es Berichte gegeben, wonach mehr als die Hälfte der in Wien durchgeführten positiven Schnelltests eine falsche Diagnose ergeben hätten. Von 106 am Freitag und Samstag durchgeführten positiven Corona-Schnelltests wurden nur 45 mittels PCR bestätigt.

Kein Beweis für Nichteignung der Tests

Schnelltests sind mit Antikörpern beschichtet, an die Farbpartikel gekoppelt sind. Treffen sie auf ein SARS-CoV-Virus oder SARS-CoV2-Virus, kommt es zu einer Reaktion mit Antigenen des Virus und werden die Farbpartikel sichtbar, der Streifen verfärbt sich also.

Das passiert allerdings auch, wenn die Antikörper im Teststreifen zerstört werden, wie z.B. mit Cola: Sie ist mit einem ph-Wert von 2,5 bei klassischer Cola sehr sauer und der Antikörper ist ein Protein. Das Eiweiß wird durch die Säure angegriffen. Auch dann wird die Farbe sichtbar. Der Test des Politikers zeigt also, dass die Cola das Protein zerstört hat. 

Die Aktion ist also eher als bewusste Irreführung oder Provokation zu bewerten.