Das veränderte Verbraucherverhalten in Zeiten von Corona hat 2021 zu einer Zunahme von Glas-, Papier und Kunststoffmüll geführt. Das geht aus deiner Studie des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. unter seinen Mitgliedsunternehmen hervor. Der Nachrichtensender „Welt“ berichtet darüber.

Dts Image 15467 Hjjfobnofm 3121Müllverbrennungsanlage, über dts Nachrichtenagentur

Ein besonderes Ärgernis ist, dass Kartons aus dem Onlineversand oft nicht mehr zusammengefaltet werden und die Disziplin bei der Mülltrennung generell nachlässt. In den ersten Monaten des Jahres ergab die Umfrage einen zeitweisen Zuwachs beim Altglas von 20 Prozent und mehr. Im Laufe des Jahres sank der Wert wieder.

Seit Beginn der Pandemie hat die Altglasmenge insgesamt um fast 7 Prozent zugenommen. Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien nahmen im Schnitt um 6,5 Prozent zu. Das führen die Studienmacher darauf zurück, dass durch Kontaktbeschränkungen, Gastronomie-Schließungen und Homeoffice mehr Müll im eigenen Haushalt anfiel als außerhalb der eigenen vier Wände. Beim Altpapier ist zwar die Menge nach Gewicht zurückgegangen, aber das Volumen des anfallenden Mülls ist deutlich gestiegen.

Auch hier lag der Anstieg zeitweise bei bis zu 20 Prozent und pendelte sich dann im Jahresschnitt auf knapp 6 Prozent ein. Die Ursachen sehen die Studienmacher darin, dass die Verbraucher die Kartons, etwa aus dem Online-Handel, beim Wegwerfen nicht mehr falten. Auch die grundsätzliche Disziplin bei der Mülltrennung nimmt weiter ab, beklagen die Müllentsorger. So werde quer durch alle Abfallarten nicht optimal getrennt und Abfälle würden teilweise sogar illegal entsorgt.

Für die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel rechnen die Entsorger mit einer weiteren Zunahme des Verpackungsabfalls. Im Vergleich zum Vormonat könnten regional bis zu 15 Prozent mehr Müll anfallen. Auch das liegt laut BDE am coronabedingt veränderten Einkaufverhalten der Konsumenten, vor allem am Online-Handel. BDE-Präsident Peter Kurth sieht eine Verstetigung des Pandemie-Trends: Das Leben konzentriere sich auf den häuslichen Bereich, gearbeitet werde vielfach im Homeoffice.

Besuche in Restaurants und Cafés bleiben selten. Deshalb verschieben sich die Abfallmengenströme in die privaten Haushalte. Kurth warb dafür, auch und gerade in der Pandemie weiter sorgfältig den Müll zu trennen. Nur so könne man im Recycling bestmöglich Rohstoffe zurückgewinnen.

Von der Ministerpräsidentenkonferenz erhofft sich Kurth, dass die Entsorger wieder der Kritischen Infrastruktur zugeordnet werden.