Corona-Hotspot Augsburg | Das gilt aktuell an Kitas und Schulen und so geht es nach den Herbstferien weiter

Die Ampel steht auf „Dunkelrot“: Ob es einen zweiten Lockdown in Augsburg geben wird, entscheidet die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens. Bis Mitte der Woche soll – gemeinsam mit Bezirk und Freistaat – entschieden werden. Für Kitas und Schulen steht bereits fest: Nach den Herbstferien gelten neue Regeln.

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Symbolbild

Angesichts der hohen Infektionszahlen im Stadtgebiet Augsburg fand am Samstag, den 24. Oktober 2020, eine erneute Abstimmung zwischen den Staatlichen Schulaufsichtsbehörden, dem städtischen Gesundheitsamt und dem Referat für Bildung und Migration statt. Auch Oberbürgermeisterin Eva Weber nahm am Abstimmungsgespräch teil.

Das sind die Ergebnisse

  • Die verschärfte Stufe 2 des bayerischen Rahmenhygieneplans für Schulen gilt unter weiterer Beobachtung des Infektionsgeschehen noch bis zum Beginn der Herbstferien. Ein regulärer Präsenzunterricht soll insofern noch bis einschließlich Freitag, 30. Oktober 2020, für alle Schulen ermöglicht werden.
  • Ab Montag, 09. November 2020, wird die Stufe 3 ausgerufen. Die Schulen wurden bereits gebeten, sich bis zum Ende der Herbstferien auf einen Wechselbetrieb zwischen Präsenz- und Distanzunterricht vorzubereiten, wenn 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können.
  • Grund-, Mittel-, und Förderschulen sind von den 1,5 Metern Abstand ausgenommen. Dort darf unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen von Stufe 3 ein Präsenzunterricht stattfinden. (Das gilt vorerst und unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehen).
  • Auch für die Kindertagesstätten wird ab dem 09. November die Stufe 3 des Rahmenhygieneplans ausgerufen. Die Kitas sollen jedoch derzeit in der Präsenzbetreuung geöffnet bleiben.
  • Kinder und Jugendliche mit leichten Erkältungssymptomen dürfen Schulen und Kitas nur noch mit negativem Corona Test besuchen.

Die im Rahmen des Runden Tisches getroffenen Entscheidungen basieren darauf, dass Schulen und Kitas bisher einerseits keine führenden Infektionsherde waren und andererseits wichtige pädagogische Gründe dafür sprechen, einen Präsenzunterricht und eine Präsenzbetreuung unter ständiger Beobachtung des Infektionsgeschehens so weit wie möglich beizubehalten.

>> Alle Infos für Eltern zu Schulen und Kitas sowie zahlreiche FAQs (Homepage der Stadt Augsburg)

Bildungsreferentin Martina Wild: „Schulen und Kitas sind wichtige Orte für gute Bildungschancen“

Oberbürgermeisterin Eva Weber erklärt: „Die Schulen und Kitas sind bisher nicht als führende Infektionsherde zu werten. Deshalb war es uns wichtig, eine differenzierte Entscheidung zu treffen, welche den Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer und des sonstigen schulischen Personals, den Hygieneschutz und die wichtige pädagogische Bedeutung von Schulen und Kitas in unserer Stadt miteinbezieht.“

Martina Wild, Referentin für Bildung und Migration ergänzt: „Von den Schulaufsichtsbehörden, von Schulleitungen und Lehrkräften wurde uns eindrücklich erläutert, wie wichtig ein strukturierter Schulalltag an Orten ist, an denen Hygienekonzepte gut umgesetzt und eingehalten werden. Ebenso deutlich wurde uns die Gefahr geschildert, Kinder und Jugendliche durch einen Distanzunterricht nicht mehr zu erreichen. Gleiches gilt auch für die Kitas. Mit Nachdruck präferieren pädagogische Fachkräfte daher einen Präsenzunterricht und eine Präsenzbetreuung. Schulen und Kitas sind wichtige Orte für gute Bildungschancen und für das Wohl und den Schutz der Kinder. Auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie brauchen wir Kitas und Schulen. Uns ist es wichtig, dass die aktuelle Entscheidung in einem guten Miteinander und gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und den Schulaufsichtsbehörden getroffen wurde.“

Markus Wörle, Leiter des staatlichen Schulamtes: „Ich bin froh, dass wir im gemeinsamen Austausch eine differenzierte Entscheidung getroffen haben und in der Stadt Augsburg das Thema Bildungsgerechtigkeit und Bildungschance in die Entscheidung miteinbezogen wurde. Gerade an den Grund-, Mittel-, und Förderschulen haben wir während des Lockdowns im Frühjahr gesehen, dass wir viele Schülerinnen und Schüler aus dem Fokus verlieren und dass für viele Kinder und Jugendliche ein strukturierter Schulalltag von ganz besonderer Bedeutung ist. In vielen Gesprächen und auch Besuchen an Schulen wurde mir geschildert, dass die Schule ein vergleichsweise sicherer Ort hinsichtlich des Hygieneschutzes ist und die Akzeptanz der Regeln in sehr hohem Maße vorhanden ist. In den Schulen haben wir pädagogischen Zugriff auf die Kinder und Jugendlichen und somit auch auf das Einhalten der Hygienemaßnahmen, was außerhalb der Schule nicht mehr möglich ist.“

Hygienemaßnahmen werden verschärft

Reiner Erben, Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit: „In Anbetracht der hohen Infektionszahlen ist es wichtig, dass wir selbstverständlich auch an den Schulen und Kitas den Infektionsschutz sicherstellen und erhöhen. Dies muss aber gut organisiert werden. Deshalb wird nach den Schulferien für die Schulen und die Kitas bei anhaltenden hohen Inzidenzwerten die Stufe 3 ausgerufen. Das bedeutet konkret, dass in den Schulen ein Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten sind. Wenn dies nicht möglich ist, müssen die Klassen geteilt werden. Wir empfehlen, im wöchentlichen Turnus ein Wechselunterricht einzurichten. Ausgenommen sind hier vorerst die Grund-, Mittel-, und Förderschulen. Die Maskenpflicht bleibt aus Gründen des Hygieneschutzes an allen Schulen während des Unterrichts erhalten.“
 
Darüber hinaus werden die Schulen und die Kitas gebeten, in besonderem Maße auf die konsequente Einhaltung der AHA-L-Regeln(Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmaske, Lüften) zu achten.

Entzerrung des ÖPNV

Zwischen Gesundheitsamt, den staatlichen Schulaufsichtsbehörden, Schulleitungen, den swa und dem Referat für Bildung und Migration wurde des Weiteren bereits vereinbart, eine Staffelung des Unterrichtsbeginns und -endes zwischen weiteren Schulen im Innenstadtgebiet zu prüfen und in die Umsetzung zu bringen. Auf diese Weise kann dem unkontrollierten Zusammentreffen von vielen Schülerinnen und Schülern im ÖPNV und an bestimmten neuralgischen Haltestellen entgegengewirkt werden.

Von Dienstag, 27. Oktober 2020, bis Freitag, 30. Oktober 2020 werden die swa außerdem insgesamt 14 Ordner zur Fahrgastlenkung im Schülerverkehr einsetzen. Der Einsatz ist morgens unter anderem am Königsplatz, Hauptbahnhof, Rathausplatz, der Wertachbrücke und der Haunstetter Unterführung und mittags unter anderem am Klinkertor, dem Mozarthaus und dem Königsplatz vorgesehen. (pm)