Corona in Augsburger Senioreneinrichtung

In Augsburg war es in zwei Senioreneinrichtung zu Corona(-verdacht)fällen gekommen.

2018-10-12-Servatius-–-61 Corona in Augsburger Senioreneinrichtung Augsburg Stadt Freizeit Gesundheit News Augsburg covid-19 Hospital-Stift Seniorenzentrum Lechrain | Presse Augsburg
Symbolbild | Foto: Wolfgang Czech

Nach einer Stichproben-Testung erhielt in der Senioreneinrichtung Hospital-Stift am Donnerstagabend eine Bewohnerin ein positives Covid-19-Testergebnis. Die 91-jährige Bewohnerin, die oft das Haus zum Einkaufen und Spazierengehen verlässt und über ihre Aktivitäten auch vorsorglich eine Liste führt, hatte bisher zu keinem Zeitpunkt corona-typische Symptome verspürt.

Einrichtungsleiter Michael Meier bestätigt: „Nachdem uns die infizierte Person gemeldet wurde, haben wir umgehend Personen, die mit ihr in Kontakt gekommen sind, unter Quarantäne gestellt und auf das Virus getestet.“ So wurden in der Einrichtung noch am Donnerstagabend 27 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 15 Mitarbeitende getestet. Drei Mitarbeitende wurden als Kontaktperson 1 eingestuft, da sie mehr als 15 Minuten im Zimmer der infizierten Bewohnerin verbrachten, und sofort in die häusliche Quarantäne geschickt. „Da wir festgestellt haben, dass unsere Bewohnerin noch weiträumiger im Haus unterwegs war, wurden am heutigen Freitagvormittag auch Testungen in einem anderen Bereich des Hauses durchgeführt“, berichtet Einrichtungsleiter Michael Meier. So wurden weitere 9 Bewohnerinnen und Bewohner und 17 Mitarbeitende auf Covid-19 getestet. Darunter waren die Pflegedienstleitung und das gesamte Team der Hauswirtschaft sowie Beschäftigte der Küche und der Haustechnik.

Aus Sicherheitsgründen wurden die Angehörigen telefonisch gebeten, ihre geplanten Besuche am Wochenende zu verschieben. „Eine vorläufige Entwarnung kann erst gegeben werden, wenn alle Testergebnisse negativ sind“, sagt Werkleiterin Susanne Greger. Im Haus müssen die infizierte Bewohnerin und der Wohnbereich jetzt die angeordneten 14 Tage in Absonderung verbringen. Werkleiterin Susanne Greger plant aufgrund der gravierenden Infektionsentwicklung weitere Tests durchführen zu lassen und den Fall engmaschig zu kontrollieren. „Aufgrund der stetig steigenden Inzidenz-Zahl in Augsburg sind Sicherheitsvorkehrungen in allen Bereichen zum Schutz der Seniorinnen und Senioren erforderlich.“

Covid-19-Verdachtsfälle im Seniorenzentrum Lechrain

In den letzten Tagen reagierte auch das Seniorenzentrum Lechrain auf verschiedene Covid-19-Verdachtsfälle in der Bewohner- und Mitarbeiterschaft und veranlasste zahlreiche Schutzmaßnahmen. Nachdem sich eine Mitarbeiterin am Montag, 12. Oktober, krankmeldete und mitteilte voraussichtlich an Covid-19 erkrankt zu sein, wurden unverzüglich die Kontaktpersonen in der städtischen Einrichtung der Altenhilfe Augsburg ermittelt und durch das Gesundheitsamt Quarantäne für die Betroffenen angeordnet.

Keiner der Pflegebedürftigen erkrankt

Um ein mögliches Infektionsgeschehen zu verhindern, führte die Einrichtung auf der Basis der bayerischen Teststrategie zeitnah eine Reihentestung bei 9 hauswirtschaftlichen Mitarbeitern durch. Am Mittwoch, 14. Oktober, konnte bei acht Testungen des Personals Entwarnung gegeben werden. Eine Mitarbeiterin, die nicht in der Pflege tätig ist, wurde als Einzige positiv getestet. Seit Beginn der Pandemie ist sie der erste Corona-Fall in der Einrichtung. Bei weiteren drei Mitarbeitern, die aktuell nicht im Dienst sind, erfolgt die Covid-19-Testung direkt durch das Gesundheitsamt. Um sicherzugehen, dass keine weiteren Personen aus dem Umfeld betroffen sind, wurden weitere 32 Bewohnerinnen und Bewohner am Donnerstag 15. Oktober, getestet. Davon sind 15 Testergebnisse bereits negativ vom Labor gemeldet worden. Bisher zeigt keiner der getesten Bewohnerinnen und Bewohner Symptome, die auf eine Covid-19-Infektion hinweisen. Die restlichen Ergebnisse werden bis zum kommenden Wochenende erwartet.

Zwei Verdachtsfälle mit negativem Testergebnis

Auch zwei weitere Verdachtsfälle im Haus sorgten die Einrichtungsleiterin, Petra Fachet: „Wir hatten einen Mitarbeiter eines anderen Wohnbereiches, in dessen privatem familiären Umfeld eine Person positiv auf Corona getestet wurde, und gleichzeitig einen Bewohner, der Corona-Symptome zeigte und daher sofort getestet wurde.“ Noch während die Proben der beiden Betroffenen im Labor bearbeitet wurden und die Wohngruppe vom Rest des Wohnbereiches isoliert wurde, veranlasste Einrichtungsleiterin Petra Fachet am Dienstag 13. Oktober, die Testung von 13 Bewohnerinnen und Bewohnern und sechs Mitarbeitenden aus diesem Umfeld. Alle 19 Testungen und beide Verdachtsfälle waren glücklicherweise negativ. Als Schutzmaßnahme für das Seniorenzentrum Lechrain wurden am Donnerstag, 15. Oktober, zusätzlich 30 Mitarbeitende auf Covid-19 getestet, die sich auf Anregung freiwillig testen ließen.

Bayerische Teststrategie ermöglicht umfängliche Reihentestungen

„Ein mögliches Infektionsgeschehen möchten wir selbstverständlich frühzeitig und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln eindämmen“, sagt Susanne Greger, Werkleiterin des Eigenbetriebs Altenhilfe. Die bayerische Teststrategie, die es ermöglicht vorsorgliche Testreihen durchzuführen, werden von den Einrichtungsleitungen der fünf städtischen Pflegeeinrichtungen und in der Tagespflege der Altenhilfe Augsburg intensiv in Anspruch genommen. Im Seniorenzentrum Lechrain wurden seit August insgesamt stichprobenartig 72 Mitarbeitende und 104 Pflegebedürftige getestet, um mit Hilfe von Stichproben einem Ausbruchsgeschehen vorzubeugen. Über die aktuellen Testungen wurden Angehörige und Betreuende zeitnah durch die Wohnbereichsleitungen telefonisch in Kenntnis gesetzt, um bestmögliche Transparenz zu bieten.

Erst in der letzten Woche war es in einer Senioreneinrichtung im Stadtteil Inningen zu einem Coronaausbruch gekommen. Fünf Mitarbeiter und 14 Bewohner waren dort positiv auf Corona getestet worden.