Corona-Nachverfolgung: Städtetag fordert Unterstützung vom Bund

Der Deutsche Städtetag hat die verspätete Einführung der einheitlichen Software zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, „Sormas“, in den Gesundheitsämtern mit deren Überlastung begründet und den Bund zu mehr Unterstützung und besserer Einbindung der Kommunen bei dem Projekt aufgerufen. „Eine flächendeckende Einführung der Software Sormas in den Gesundheitsämtern der Städte ist sinnvoll“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben). Allerdings sei es schwierig, die Software im laufenden Betrieb umzustellen.

Dts Image 13455 Cmncgbggia 3121 800 600Deutscher Städtetag, über dts Nachrichtenagentur

„Die Gesundheitsämter stehen aktuell unter sehr hohen Arbeitsbelastungen. Ein vollständiger Wechsel auf das System Sormas, wie vom Bund gewünscht, wird deshalb nicht überall zeitnah gelingen“, so Dedy. Dedy sagte, dass viele Städte bereits eigene, sehr gut funktionierende digitale Lösungen zur Kontaktnachverfolgung nutzten. „Diese Städte dürfen nicht bestraft werden, nur weil sie damit viel schneller waren als der Bund“, so der Städtetagschef. „Über offene Schnittstellen muss der Bund ihnen ermöglichen, dass sie ihre Systeme mit Sormas verknüpfen können.“ Grundsätzlich befürworteten die Städte den bundesweit vernetzten Einsatz von Sormas, so Dedy. Der Bund müsse sie aber bei der Einrichtung des Systems stärker unterstützen und bei der weiteren Entwicklung eng einbeziehen, forderte der Städtetag. Nur so könne sichergestellt werden, dass neue Funktionen zu den Bedürfnissen vor Ort passen. Bund und Länder hatten die deutschlandweite Einführung der neuen Software in allen Gesundheitsämtern bis Ende Februar beschlossen. „Sormas“ wurde vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung entwickelt und soll den Austausch unter den Behörden im Kampf gegen die Pandemie erleichtern.