Corona-Situation im Augsburger Universitätsklinikum noch nicht entspannt

Die Coronalage hatte sich in den letzten Wochen etwas entspannt. Die Zahl der Neuinfektionen ist zurückgegangen. Trotz der rückläufigen Tendenz ist die Belastung im Augsburger Universitätsklinikum weiter hoch. Zuletzt hatte eine Infektion mit einer COVID-19-Mutation auf einer normalen Station für zusätzliche Probleme gesorgt.

Uka Uniklinik Augsburg 13
Foto: Dominik Mesch

In den letzten Wochen waren die Zahlen mit Corona-Neuinfektionen in Deutschland und auch in Bayerisch-Schwaben deutlich zurückgegangen. Die Situation im Augsburger Universitätsklinikum kann aber trotzdem noch nicht als entspannt angesehen werden, auch wenn hier ebenfalls eine deutlich rückläufige Tendenz zu verzeichnen ist.

Weiterhin wird in der UKA ein den Großteil der Corona-Patienten der Region versorgt. Stand gestern waren dies knapp 100 Corona-Patienten inkl. Verdachtsfälle in Abklärung, davon 18 Patienten auf den Intensivstationen. Zu Hochzeiten waren es beinahe doppelt soviele Patienten gewesen. Der Anteil an beatmeten COVID-19 Fällen auf den Intensivstationen ist dabei immer noch relativ hoch (aktuell 13/18 invasiv und nicht invasiv beatmete Fälle).

Virusmutationen sorgten für Probleme

Aufgrund der bundesweit neu aufgetretenen Virusmutationen hatte das UKA die Abverlegungen in Partnerkliniken als Vorsichtsmaßnahme reduziert bzw. pausiert. Aufgrund der Entspannung der Situation in den regionalen Partnerkliniken ist am Mittwoch übergeordnet (FüGK, Pandemiebeauftragte) die Entscheidung getroffen worden die Coronapatienten auch auf die anderen Krankenhäuser der Region gleichmäßig zu verteilen und die Patientenflüsse zu regulieren. Seit dieser Woche werden wieder COVID-19 PatientInnen mit negativen VOC-Befunden (d.h. ohne Mutationen) verlegt.

Dies hat auch mit einem Aufnahmestopp zu tun, den man zuletzt am UKA für COVID-19-Infizierte aussprechen musste. Auf einer Nicht-Corona-Station war ein Fall mit der südafrikanischen Mutation festgestellt worden. Ziel der eingeleiteten Maßnahmen ist es die Ausbreitung einzudämmen. Der am UKA festgestellte Anteil an mutierten Varianten (sog. VOC) ist insgesamt allerdings gering, deutlich unter 10 Prozent. In Augsburg ist man auch deshalb nicht an die Versorgungsgrenzen gestoßen. „Die Versorgungsicherheit ist zu jedem Zeitpunkt gegeben und wir gehen davon aus, dass zur Mitte der kommenden Woche die Maßnahmen bereits wieder gelockert werden können“, heißt es aus dem UKA.

Deutlich erhöhter Krankenstand bei den Mitarbeitenden

Ein Jahr nach Beginn des Pandemiegeschehens muss festgestellt werden, dass auch ein relevanter Teil der MitarbeiterInnen des UKAs (ca. 600 MitarbeiterInnen entspricht etwas weniger als 10 %) von einer SARS-COV-2-Infektion durch Ansteckung am Arbeitsplatz im Krankenhaus oder im privaten Umfeld betroffen war. Auch Quarantänen aufgrund von Kontakten (z.B. auch der Angehörigen) zu Infizierten bzw. die Betreuung von Angehörigen waren in den letzten Monaten deutlich spürbar.

„Aktuell ist die Anzahl der akut von Corona betroffenen Mitarbeiter deutlich rückläufig. Auf der anderen Seite bemerken wir und die anderen Universitätsklinika einen erhöhten Krankenstand bei den MitarbeiterInnen und bewerten dies als Indikator der nun lang bestehenden Dauerbelastungen unsere MitarbeiterInnen“, so ein Sprecher des Klinikums gegenüber Presse Augsburg.