Coronavirus | Helfen selbst gemachte Masken oder nicht?

Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. Der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Peter Walger, sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» hierzu: «Wer angehustet wird und einen Mund-Nase-Schutz trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben». Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen.

Selbst eingenähte Damenbinden könnten sinnvoll sein, da sie den Schutz erhöhten und zusätzlich Feuchtigkeit auffingen. Durchfeuchtete Masken ließen sich rasch trocknen. Bei 70 Grad in der Mikrowelle oder im Ofen würden alle Viren absterben, so Walger. Auf der Straße sei das Tragen von diesen Masken allerdings nicht unbedingt notwendig. Denn an der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchen-Wolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr höher, werde aber auch dort durch einen einfachen Mund-Nase-Schutz «erheblich» verringert.

Seine Botschaft daher: «Jede Maske schützt! Und je häufiger gelüftet wird, umso effektiver kann sie schützen.» Das Robert-Koch-Institut teilt dagegen auf seiner Webseite mit, es gebe «keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS (Mund-Nase-Schutz) oder eine Behelfsmaske einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt.»