CSU plant Frauenquote in DAX-Unternehmen

Die CSU im Bundestag legt ein Strategiepapier vor, mit dem sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Situation von Frauen verbessern helfen will. Das Papier der Landesgruppe mit ihrem Chef Alexander Dobrindt, über das die „Welt“ (Donnerstagausgabe) berichtet, ist mit CSU-Chef Markus Söder abgesprochen. Darin fordert die CSU eine feste Frauenquote in DAX-Unternehmen.

csu-plant-frauenquote-in-dax-unternehmen CSU plant Frauenquote in DAX-Unternehmen Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen | Presse AugsburgFrau auf einer Rolltreppe, über dts Nachrichtenagentur

„Wir wollen, dass Frauen überall eine faire Chance haben, auch in den Chefetagen unserer Unternehmen“, heißt es. Die CSU beklagt, dass viele Unternehmen ihren Verpflichtungen nicht nachkämen. Unternehmen, die entweder börsennotiert oder mitbestimmt sind, müssen seit 2016 Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand definieren. „Dabei hat sich gezeigt, dass sich jedes zweite betroffene Unternehmen die Zielgröße `Null` gibt. Die Zeit ist reif für eine feste Frauenquote in DAX-Vorständen“, schreibt die CSU. Für die Vorstände in Unternehmen, an denen der Bund maßgeblich beteiligt ist, will die Partei eine Frauenquote von mindestens einem Drittel. Dabei will es die CSU nicht belassen. „Die Frauenquote muss eingebettet sein in ein Gesamtkonzept für mehr Chancen für Frauen von flexibleren Arbeitszeiten bis zur deutlichen Besserstellung von Alleinerziehenden“, sagte Dobrindt der „Welt“. So soll die gesetzliche Höchstarbeitszeit pro Tag abgeschafft und eine Höchstarbeitszeit pro Woche eingeführt werden. „Nach der klaren Maßgabe: Flexi-Woche statt Acht-Stunden-Tag und mehr Freiheiten für individuelle Vereinbarungen, die sich an den vielfältigen Lebensrealitäten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer orientieren.“ Darüber hinaus will die CSU die Zahl der „Vätermonate“ innerhalb des Elterngeldes verdoppeln: „Wenn sowohl Vater als auch Mutter Elternzeit nehmen, soll der Anspruch auf das Elterngeld um weitere zwei Monate (12+4) steigen. Dabei bleibt es weiterhin bei der Begrenzung auf zwölf Monate pro Elternteil.“

Daneben plant die Partei Änderungen im Steuerrecht. Home-Office-Kosten wie Strom, Telefon und Internet sollen durch eine Home-Office-Pauschale von bis zu 600 Euro pro Jahr steuerlich gefördert werden. Auch bei der Kinderbetreuung soll steuerlich eine Besserstellung erfolgen.

„Wir wollen, dass Beiträge für Kinderbetreuungskosten voll von der Steuer absetzbar sind statt wie heute nur bis zu zwei Drittel und maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr. Den zulässigen Höchstbetrag wollen wir dabei von 4.000 Euro auf 6.000 Euro deutlich anheben.“ Um Alleinerziehenden zu helfen, hat die CSU im Koalitionsausschuss bereits durchgesetzt, dass der Entlastungsbetrag bei der Einkommensteuer von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro mehr als verdoppelt wird. „Diese Regelung wollen wir entfristen und Alleinerziehende dauerhaft doppelt entlasten.“