CSU und SPD arbeiten im Augsburger Kreistag wieder zusammen

CSU und SPD arbeiten im Augsburger Kreistag wieder zusammen. Dies haben Vertreter beider Fraktionen gestern mit ihren Unterschriften unter der „Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Kreistag von Augsburg zwischen CSU und SPD in den Jahren 2020 – 2026“ besiegelt. Damit setzen sie die inhaltlich erfolgreiche Zusammenarbeit aus der vergangenen Periode fort. Sie war geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen, wie alle Unterzeichner betonten.

CSU und SPD setzen im Augsburger Kreistag ihre erfolgreiche Zusammenarbeit weiter fort: CSU-Fraktionsvorsitzender orenz Müller,Landrat Martin Sailer und SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Güller(stehend von links), SPD-Kreisvorsitzender Fabian Wamser undCSU-Kreisvorsitzende Carolina Trautner (vorne).

Landrat Martin Sailer, Lorenz Müller (CSU-Fraktionsvorsitzender), Carolina Trautner (CSU-Kreisvorsitzende und Staatsministerin), Fabian Wamser (SPD-Kreisvorsitzender) und Harald Güller (SPD-Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter) unterschrieben das sieben Seiten lange Papier, das die Themen Wohnen, Mobilität, bürgerschaftlicher Zusammenhalt, Bildung, medizinische Versorgung, Wirtschaft, Familie, Klima und Haushalt und Personal umfasst und konkrete Ziele für die kommenden sechs Jahre festlegt.

In der Präambel gehen die beiden Fraktionen auch auf Corona ein. Ihnen sei bewusst, dass die Folgen der Corona-Pandemie auf die finanzielle Situation des Landkreises und auch der Kommunen im Landkreis derzeit kaum absehbar seien. „Diese finanziellen Folgen und mögliche Auswirkungen auf die Prioritätensetzung und die zeitliche Umsetzung der Ziele und Projekte ist in den nächsten Jahren immer wieder zu überprüfen“, heißt es wörtlich. „Es ist und bleibt aber Ziel von CSU und SPD die skizzierten Projekte für die Menschen des Landkreises möglichst ohne Veränderungen in Umfang und Zeit zu verwirklichen.“

CSU-Fraktionsvorsitzender Lorenz Müller ist besonders der ÖPNV wichtig, die Erhöhung von Angebot und Qualität zusammen mit stabilen und besser abgestimmten Taktungen. „Dies vor allem auch in ländlicheren Regionen und unter Berücksichtigung von Querverkehren“, so Müller wörtlich. Ein weiterer entscheidender Punkt ist der Bildungsbereich. „Wir wollen an den geplanten Investitionen des Landkreises in diesem Bereich festhalten“, bekräftigte er. Explizit erwähnt werden in der Vereinbarung die Neubauten bzw. Sanierungen der beiden Gymnasien in Neusäß und Gersthofen, des Kreisjugendheims in Dinkelscherben, des Zeltplatzes an der Rücklenmühle bei Zusmarshausen und der weitere Aufbau der Bildungszentren der Volkshochschule.

Nicht nur als Bürgermeister in Schwabmünchen liegen Müller die Wertachkliniken sehr am Herzen: Erhalt in kommunaler Hand und Angebotsausbau sollen die Zukunft der Kliniken sichern. Darüber hinaus wünscht er sich die Schaffung von Kurzzeitpflegeplätzen, die in ganz Bayern leider Mangelware seien.

Landrat Martin Sailer betonte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen CSU und SPD: „Der Landkreis steht in den kommenden sechs Jahren vor enormen Herausforderungen. Auf der Grundlage der Vereinbarung und mit einem verlässlichen Partner an der Seite wollen wir gemeinsam den Landkreis attraktiv gestalten und lebenswert erhalten.“

Der SPD sind neben dem Thema Mobilität und Öffentlicher Personennahverkehr drei Punkte besonders wichtig. „Wir brauchen mehr Wohnraum und dabei muss die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises eine deutlich aktivere Rolle übernehmen“, führte Harald Güller aus. Als zweiten Punkt benannte Fabian Wamser, der selbst lange Zeit aktiv im Rettungsdienst war, die medizinische Versorgung. „Die Wertachkliniken sollen Lehrkrankenhäuser der Universitätsklinik Augsburg werden und wir brauchen mehr Medizinische Versorgungszentren“, so der neue stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Ziel sei eine gute medizinische Grundversorgung im gesamten Landkreis, insbesondere auch im ländlichen Raum. Beide betonten als dritten Punkt den Klimaschutz. Man werde die erfolgreiche Energiekarawane fortsetzen und mit der Ressource „Fläche“ möglichst sparsam umgehen, mehr nachverdichten, mehr in die Höhe bauen. Außerdem sollen Kreiseinrichtungen und Einrichtungen von Beteiligungen des Landkreises mehr regionale und Bio-Produkte anbieten.