Nach seiner Zeit als Vorstandschef plant der Simon den direkten Wechsel in den Aufsichtsrat. „Wenn wir ein familienfremdes Management an der Unternehmensführung haben, ist bei uns vorgesehen, dass ein Familienmitglied an die Spitze des Kontrollgremiums geht. Das werde ich sein“, sagte Simon. Einen zeitlichen Abstand hält er nicht für richtig.

„Das mag für börsennotierte Aktiengesellschaften gelten“, so der Dachser-Chef weiter. Er sehe einen gewaltigen Unterschied zu Familienunternehmen, in denen die Triebfedern und Interessen ganz andere seien. „Aus meiner Sicht wäre es dramatisch, wenn es bei uns zu der so genannten Abkühlungsphase kommen würde“, sagte Simon. So etwas könne zur Entfremdung des Unternehmens von der Familie führen.

In dritter Generation hat Dachser 20 Gesellschafter, die über eine Regelung an den Gewinnen partizipieren. „Die Quote der Gewinnausschüttung ist festgeschrieben und sie beträgt etwa zehn Prozent des Jahresüberschusses“, sagte Simon der „Welt“. Für ihn sei es eines der Grundprinzipien des Familienunternehmens, die Entnahmepolitik zu zementieren. „Wenn wir diese Regel und die disziplinierte Familie nicht hätten, gäbe es Dachser heute in dieser Größe nicht. Und wir hätten auch nicht unsere Selbstständigkeit behalten“, so der Chef des Logistikkonzerns weiter. Auf der anderen Seite müsse die Dividende einem Vergleich zum Kapitalmarkt standhalten können. „Das dürfen keine homöopathischen Dosen sein“, sagte Simon.