„Dafür brauchen wir ein bisschen Personal in der Kabine“ – Augsburger Panther wollen konkurrenzfähig bleiben

Die Augsburger Panther sind nach der 4:7-Heimniederlage in der Südgruppe auf Rang 6 abgerutscht. Nach der Partie äußerte sich Hauptgesellschafter Lothar Sigl zum Spiel und zu den letzten Personalentscheidungen.

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Foto: Wolfgang Czech

Der ERC Ingolstadt gewinnt ein wildes Scheibenschießen mit 7:4 bei den Augsburger Panthern und hält die Schwenninger Wild Wings auf Abstand. 39 Punkte bedeuten Platz 3 und beste Chancen auf die Playoffs. Ingolstadts Trainer Doug Shedden über die vielen Gegentore: „Unser junger Goalie hat diese Saison noch nicht viel gespielt und wir dachten, dass wir ihn heute reinschmeißen. Er hatte einen schweren Start, konnte sich aber reinkämpfen und hat uns die Chance auf den Sieg gegeben.“

Die Augsburger Panther bleiben 2 Punkte hinter den Playoff-Plätzen und rutscht auf Rang 6 ab. Trainer Tray Tuomie über die schwache Defensivleistung und die 4. Niederlage in Folge: „Wir waren nicht hart genug am Körper. Wir spielen gegen eine wirklich schnelle Mannschaft, die umschalten können. Das haben die gezeigt… 7 Tore reinzulassen ist keine schöne Sache, aber wir haben auch 4 geschossen. Das müssen wir positiv mitnehmen. Wir waren nicht in der Lage, nach dem Ausgleich oder Führung noch mal in Führung zu gehen. Es war ein Spiel mit vielen Toren… Wir müssen jetzt weiter hart arbeiten. Es gibt immer noch viele Spiele in dieser Saison. Wir haben jetzt 4 hintereinander verloren, aber wir haben auch Spiele gewonnen. Wir wissen, dass wir Spiele gewinnen können und das werden wir dann auch machen.“

„Neue haben nichts mit den Play Offs zu tun“

Augsburgs Hauptgesellschafter Lothar Sigl hat die Spieler- und Transferpolitik der vergangenen Wochen bei MagentaSport erklärt. Verwunderung darüber, dass sich ein Klub Neuzugänge in dieser Corona-Saison „leistet“ – entgegnet Sigl: „Das hat jetzt nicht wirklich was mit den Playoffs zu tun gehabt. Es ist eine Entscheidung, die an unserer gesamten Personalsituation bedingt war. Wir haben seit Wochen eine ganze Hand voll verletzter Spieler. Wir schaffen es heute trotz zweier Neuer auf dem Eis nicht, den Spielbericht vollzumachen. Deswegen waren wir angehalten, unbedingt im Rahmen unserer Möglichkeiten und was der Markt hergibt, uns noch mal zu verbreitern und für Tiefe im Kader zu sorgen… Es war eine Entscheidung, die für die Mannschaft, für die Fans und die Sponsoren dringend notwendig war. Wir wollen konkurrenzfähig und wettbewerbsfähig bleiben. Dafür brauchen wir ein bisschen Personal in der Kabine.“

Warum die Nachverpflichtungen möglich waren, obwohl Spieler auf Gehalt verzichten müssen, weil kaum Geld da ist: „Es ist natürlich eine außergewöhnliche Situation. Wir haben uns von der Historie dieser Saison her, schon an die Vereinbarungen mit den Spielern gehalten. Aber es war von Anfang an kommuniziert, dass wir, wenn Bedarf besteht, die Möglichkeit haben, nachzuholen. Wir haben die Saison mit 5 Transferkartenpflichtigen Spielern. Andere Clubs sind in dieser Saison bereits im Dezember mit der vollen Kapelle. Wir haben das immer im transparenten Austausch mit der Mannschaft gemacht und waren froh, dass wir noch 4 Lizenzen frei hatten im Ausländerbereich, dass wir überhaupt jetzt noch nachladen können. Ansonsten wäre das jetzt noch dünn geworden. “

Gelder für Neue „mühsam akquiriert“

Zum Thema Gehaltsverzicht: „Das, was jetzt hier investiert wurde, das sind Gelder, die haben wir mühsam die letzten Wochen noch akquiriert und haben es trotzdem mit den Spielern besprochen. Die Spieler sitzen mit uns im gleichen Boot. Alle wollen Erfolg haben, alle wollen gewinnen. Jeder hat erkannt, dass wir mit der dünnen Mannschaft jetzt dringend Hilfe brauchen.“

Nur junge Spieler einzusetzen sieht er als nicht vernünftig: „Ich glaube, es wäre keine gute Entscheidung gewesen, sie jetzt in dieses Stahlbad DEL reinzuwerfen. Wenn ich an unseren Spielplan ab Mitte März denke, ist das keine Zeit für junge Spieler. Da muss man in jedem Spiel Leute auf dem Eis haben, die ein gewisses Niveau erreicht haben. Das ist immer der Spagat zwischen Förderung und Überforderung.“

Quelle: MagentaSport