Das Hohe Friedensfest in Augsburg erinnert an Gleichstellung der christlichen Konfessionen im Jahr 1648. Noch heutzutage steht dieser Tag im Zeichen eines friedlichen Miteinanders aller Religionen. Eigentlich, denn in diesem Jahr wurde es politisch. Die Seenotbrücke und der „Sichere Hafen Augsburg“ beherrschten die Szenerie und Gespräche.

Während OB Gribl sprach machten sich Befürworter der Seebrücke bemerkbar | Foto: Wolfgang Czech

Jedes Jahr begeht Augsburg am 8. August seinen Feiertag. Das Hohe Friedensfest erinnert an die zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 in Augsburg wiederhergestellte Partiät zwischen den katholischen und protestantischen Gläubigen. Seit einigen Jahren wird an diesem Tag ein Zeichen für ein friedliches Miteinander aller Religionen gesetzt. Das Friedensgebet des „Runden Tisches der Religionen“ im Rahmen der Friedenstafel auf dem Augsburger Rathausplatz steht hierfür sinnbildlich. Auch in diesem Jahr gab es dieses Gebet, doch dies war in diesem Jahr einigen Teilnehmern zu wenig.

Gribl diskutierte noch mit einigen der in orange gekleideten Seebrücken-Befürworter | Foto: Wolfgang Czech

Bereits im Vorfeld hatten rund 30 Institutionen und Parteien darauf gedrängt, dass Augsburg zur „Sicheren Hafenstadt“ für die im Mittelmeer geborgenen Flüchtlinge werden muss. Ein entsprechender offener Brief ging an den Augsburger OB Kurt Gribl. Rund 20 Minuten nahm der OB heute dazu Stellung (siehe eigener Beitrag). Er erklärte, dass „niemand in Frage stellt, dass Menschen aus Todesgefahr gerettet werden müssen.“, führte dann im weiteren Verlauf aus, was die Stadt Augsburg bereits für die Flüchtlingsarbeit und Integration leistet. Seine Ausführungen riefen bei einigen der Anwesenden Unmut hervor. „Der Oberbürgermeister wagt in einer etwa 20-minütigen Rede zur Friedenstafel einen Spagat zwischen Wertschätzung der Initiative und Ablehnung der Inhalte. Dieser misslang gründlich!“ heißt es von Seiten des Augsburger Flüchtlingsrates.

Nach dem offiziellen Teil diskutierte Gribl noch eine Zeit lang mit einigen der in etwa 100 in orange gekleideten Befürworter der Seebrücke. Auch an den Tischen der Friedenstafel wurde noch angeregt über das Thema diskutiert. Doch es wurde nicht nur geredet und politisiert, sondern auch gemeinsam gegessen und gefeiert. Dies war zumindest wie immer am Friedensfest.

Auch Fridays for Future- Aktivisten hätten ihre Themen noch gerne vorgebracht, eine Redezeit erhielten sie aber keine. Weitere politische Felder wollte man an diesem Tag nicht mehr aufmachen.