Das Bayerische Landeskriminalamt warnt eindringlich vor illegaler Pyrotechnik

Das Bayerische Landeskriminalamt warnt vor dem Bezug und Gebrauch von illegaler Pyrotechnik, insbesondere Silvesterfeuerwerk. Die Herkunft und Zusammensetzung dieser verbotenen pyrotechnischen Erzeugnisse ist in der Regel unklar, weshalb deren Verwendung mit extremen Risiken verbunden ist und zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Sie entsprechen nicht den hiesigen Sicherheitsstandards – unter anderem besteht die Gefahr von Fehlzündungen der unkontrollierten Ware. Außerdem haben sie aufgrund ihrer anderen chemischen Zusammensetzung und mehr Inhalts eine wesentlich höhere Wirkung als hiesige Feuerwerkskörper.feuerwerk___015 Das Bayerische Landeskriminalamt warnt eindringlich vor illegaler Pyrotechnik News Polizei & Co Feuerwerk Silvester | Presse Augsburg

Die daraus resultierenden Verletzungen bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau und untermauern die eindringliche Warnung zur Vorsicht. In den letzten Jahren erlitten allein in Bayern im Schnitt über 50 Menschen zum Jahreswechsel Knalltraumen, Brand, Kopf- oder Augenverletzungen. Zusätzlich erlitten, wiederum allein in Bayern, etwa 5 Menschen an Silvester so schwere Verletzungen oder Verbrennungen, dass sie ihr Augenlicht irreversibel verloren haben, dauerhaft nicht mehr hören können oder sogar Hände/Arme amputiert werden mussten.

Hierbei ist zu beachten, dass diese Zahlen lediglich die polizeilich bekannt gewordenen Fälle darstellen! In den Krankenhäusern dürften jedoch jeweils weit mehr Patienten behandelt werden. Die Statistik zeigt, dass durch  Pyrotechnik verursachte Verletzungen alle Altersschichten betreffen. Besonders gefährdet sind jedoch kleine Kinder, die nur vermeintlich nicht umgesetzte herumliegende Böller in die Hand nehmen und sich dadurch der Gefahr aussetzen, dass diese unkontrolliert in der Hand explodieren. Eine Häufung ist ferner im Altersbereich der etwa 40 – 50-Jährigen festzustellen.

Der Bezug von illegaler Pyrotechnik über unseriöse Online-Shops oder auch im benachbarten Ausland, vor allem auf den Schwarzmärkten, nimmt zu. Dabei werden teilweise Produkte angeboten, welche entweder gar keine CE-Zertifizierungsnummer bzw. BAM-Nummer (Bundesamt für Materialforschung/-prüfung) aufweisen oder diese
schlichtweg „gefälscht“ sind, um den Anschein von legaler Pyrotechnik hervorzurufen.

Es ist dringend anzuraten, Pyrotechnik nur bei seriösen Anbietern zu beziehen und sich nicht auf Werbeaussagen im Internet zu verlassen. In und für Deutschland zugelassene pyrotechnische Artikel sind durch eine aufgedruckte BAM-Nummer bzw. das CE-Zeichen und Registriernummer erkennbar.

Die Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes stellten beispielsweise in der Vergangenheit  pyrotechnische Gegenstände ohne CE-Zertifizierung oder BAMZulassung fest, die als Explosivstoff Blitzknallsätze auf Chloratbasis mit Metallpulverbeimengung beinhalteten.Die Verwendung von sog. Blitz-Knallsätzen bei frei verkäuflichem Silvesterfeuerwerk der Kategorie 1 und 2 ist in Deutschland erlaubnispflichtig. Die Verwendung dieser
Blitzknallsätze ist deshalb in Deutschland ausschließlich Inhabern entsprechender sprengstoffrechtlicher Erlaubnisse vorbehalten, selbst wenn diese Pyrotechnik auf den Märkten im benachbarten Ausland teilweise frei erhältlich ist. Weiterhin sind der Erwerb und der Abschuss von sogenannten Vogelschreck der Kl. PM II und solche ohne Kennzeichnung in Deutschland ebenfalls erlaubnispflichtig (dabei handelt es sich um pyrotechnische Munition, die ebenfalls einen Blitzknallsatz enthält).

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