Das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ bekam Besuch aus Asien

Das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ im Augsburger Wieselhaus war schon wenige Tage nach seiner Eröffnung der Drehort für ein fünfköpfiges Fernsehteam der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Korean Broadcasting System (KBS). Die TV-Journalisten bewegten sich zwei Tage lang auf den Spuren des Augsburgers Matthäus Schwarz und der Renaissance in Augsburg.

fugger-und-welser_Filmteam-KBS_Südkorea@-Martiin-Kluger Das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ bekam Besuch aus Asien Freizeit News Fugger und Welser Erlebebnismuseum Korean Broadcasting System | Presse Augsburg
m „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ interviewte die südkoreanische TV-Journalistin Chi-Suk Kim den Münchner Historiker Dr. Peter Geffcken zur Augsburger Kleidermode im „goldenen Augsburg der Renaissance“. Ganz rechts: Luciano Cho, Direktor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Korean Broadcasting System. | Foto: Martin Kluger

Schwarz, der Hauptbuchhalter Jakob Fuggers „des Reichen“ und seines Neffen und Nachfolgers Anton Fugger, hatte das deutschlandweit für diese Zeit einzigartige „Trachtenbuch“ angelegt. Sein Buch mit Zeichnungen zu den Moden der Renaissance in Augsburg ist ein Thema in einem zweiteiligen, zweimal je einstündigen Dokumentarfilm mit dem Titel „Mode vom Mittelalter bis zur Gegenwart“. Das erhaltene „Trachtenbuch des Matthäus Schwarz“ wurde von Künstlern wie Narziß Renner und einem Mitarbeiter der Werkstatt Christoph Ambergers illustriert. Aus dem „Trachtenbuch“ stammt auch die berühmte Darstellung Jakob Fuggers „des Reichen“ in der Goldenen Schreibstube, die in Augsburg auf einer Ausstellungswand im „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ zu sehen ist.

Im „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ gab der Münchner Historiker Dr. Peter Geffcken, Spezialist für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Augsburgs vor 1550 sowie wissenschaftlicher Berater bei den historischen Inhalten des neuen Museums, der in Berlin lebenden südkoreanischen Journalistin Chi-Suk Kim ein Interview. Themen waren die Männermoden der Renaissance sowie die Kleider, Schuhe und Schleier von reichen und armen Augsburgerinnen, von Nonnen, Stiftsdamen und „Hübschlerinnen“. Das römisch-deutsche Reich und die Reichsstadt Augsburg kannten zahlreiche Kleidernormen und auch Verbote, die insbesondere die Standesunterschiede betonen und der Prunksucht Einhalt gebieten sollten. Speziell das Tragen von goldenen Ketten und Ringen, Pelzen und golddurchwirkten Stoffen war im Augsburg der Renaissance streng geregelt, so Dr. Peter Geffcken. Doch daran gehalten haben sich die reichen Augsburger häufig nicht – vor allem der Goldschmuck der Fugger sprengte alle Normen. Wie man sich Renaissancemode in der Fuggerstadt vorzustellen hat, demonstrierten Mitglieder des Vereins „Augsburger Geschlechtertanz“ für das TV-Team um Produktionsdirektor Luciano Cho im Handwerkerhof vor den Wassertürmen im Wasserwerk am Roten Tor.

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Das Drehteam filmt außer in Augsburg an weiteren Stationen in Deutschland, England, Frankreich und Südkorea. Ausgestrahlt werden die beiden Dokumentarfilme der ältesten öffentlich-rechtlichen und größten Rundfunkanstalt Südkoreas im Februar 2015. Betreut wurden die TV-Journalisten der Korean Broadcasting System bei ihren Dreharbeiten unter anderem von der Regio Augsburg Tourismus GmbH sowie den Mitarbeiterinnen im „Fugger und Welser Erlebnismuseum“. Die Regio – so Tourismusdirektor Götz Beck – wird den Beitrag des südkoreanischen Fernsehsenders auch mit Bilddaten von historischen Gemälden mit Augsburger Renaissancemoden unterstützen. Augsburg wird im Dokumentarfilm ungefähr fünf Minuten Sendezeit eingeräumt werden, sagte die Journalistin Chi-Suk Kim. Das freut Tourismusdirektor Götz Beck: „Eine unbezahlbare Werbung für die Renaissancestadt Augsburg und das Tourismusthema Fugger und Welser in einem zukunftsträchtigen Markt“.